Freitag, 18. Mai 2012

Die B-Mädchen beim MHC

Erstellt / Aktualisiert am: 16.04.2002

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Neben acht anderen MSC Mannschaften sind natürlich auch wir B-Mädchen beim Clubvergleich in Mannheim angetreten. Zu diesem Vergleich hatte der MHC den MSC anlässlich der Einweihung des zweiten Kunstrasens mit Flutlichtanlage eingeladen. Der Clubvergleich der beiden Traditionsvereine lässt eine alte Tradition wieder aufleben, bei der neben dem Hockeyspiel auch das Feiern und somit das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund steht.

Wir sind also am Samstag in aller Früh in der Lerchenau aufgebrochen. Drei große Busse waren gechartert, um uns alle nach Mannheim zu bringen. Klar war, dass wir nicht in dem Bus sitzen wollten, in dem unsere Eltern und anderen Betagten mitfuhren, denn wir wollten schon auf der Autobahn unsere Gaudi haben. Nach einem Getränketankstopp in Denkendorf und einer Stadtrundfahrt in Mannheim wegen Verfahrens landeten wir um 11:00 Uhr auf dem MHC-Gelände. Dort lief bereits das Punktspiel der A-Knaben des MHC gegen die Stuttgarter Kickers. Ergebnis ? Keine Ahnung, denn deswegen sind wir ja nicht hingefahren !

Auf alle Fälle fielen wir MSClerinnen und MSCler in der Umkleide ein wie die Ameisen. Es war gerappelt voll, Taschen, Schläger, Schuhe, Klamotten, Handtücher, Torwarthelme und Handschuhe. Man glaubt gar nicht wie viel in so einen kleinen Raum hineinpasst und ohne Verletzung auch wieder rauskommt.

Genüsslich in eine Schnitzelsemmel beißend, verfolgten wir ab 12:00 das Elternhockey-Spiel. Ich kann wirklich nur jedem Nachwuchsspieler raten, das einmal zu tun, denn man lernt sehr viel dabei - vor allem, wie man es nicht machen sollte ! Kaum waren 5 Minuten gespielt, reagierte mein Vater, der als rechter Verbinder aufgestellt war (so sah es zumindest am Anfang aus), überhaupt nicht mehr auf meine Anfeue-rung. Ob er es aufgrund seines hohen Alters - immerhin ist er schon 41 - nicht mehr hörte oder weil er konditionell schon am Ende war, kann ich nicht sagen. Sicher ist nur, dass er sich alle Mühe gab die Farbe seines Gesichts durch körperliche Aktivität schnellstens der dunkelroten Vereinsfarbe des MSC anzupassen.

Je länger das Spiel dauerte, desto übersichtlicher wurde es: von Ausnahmen abgesehen schlichen die Alten zumeist über den Platz. Ab und zu ein ansehnlicher Pass. Vor allem die Pässe von Manfred auf Hella. Die machten so richtig Spaß, denn es wirkte so, als ob er seine Stürmerin testen wollte, wie oft sie denn noch hinter diesen, auch für einen 100m-Sprinter unerreichbaren Kugeln hersprinten würde. Beruhigend war, dass auch der vor heimischer Kulisse spielende MHC nicht viel besser war. Lediglich der 7-Meter war die Rettung für den Gastgeber: 1:0. So blieb es dann bis zum Ende, obwohl selbst mein Vater in den letzten zwei Spielminuten wieder alle Kraft zusammennahm, um doch noch den Ausgleich zu erzielen.

Unser Spiel dagegen, war viel würziger. Sagte man uns zumindest. Wir bekamen - trotz der Niederlage - von allen Seiten großes Lob für unseren Einsatz. Es war das erste Mal, dass wir bei den B-Mädchen Großfeld spielten. Die meisten von uns (12 von 15) waren im März noch C-Mädchen und haben daher noch nicht die Erfahrung für das Großfeld. Das Spiel ging 4:1 verloren und wir waren vor allem auf den MHC Schiedsrichter stinkig. Warum ? Weil der gleichzeitig Trainer der gegnerischen Mannschaft war und damit auch am Feld Anweisungen gegeben hat. Ist das nicht unfair ?

Egal, wir hatten uns vorgenommen beim Rückspiel am Sonntag den Spieß umzudrehen. Und so kam es dann auch. Trotz der langen, tollen Feier am Vorabend in der MHC-Halle ist es uns gelungen, ein gutes Spiel abzuliefern. Mit vollem Einsatz von Jana, die im Tor stand und Kopf und Kragen riskierte, schossen wir zwei Tore und verteidigten die Führung mehrfach durch Abwehraktionen auf der eigenen Torlinie. Die Eltern und Betreuer und alle anderen MSCler waren begeistert. Das macht Mut auf mehr. Hallo Trainer - hörst Du das ?!

Leider verspielten aber mein Vater und sein Team auch die Elternhockey-Revange, denn sie verloren dieses Mal mit 2:1. Das Spiel war etwas besser als das vom Vor-tag, aber "etwas besser reicht in dem Fall halt nicht", sagt er zumindest immer zu mir, wenn wir verlieren obwohl wir gut waren.

Um 3:00 ging's dann wieder zum Bus. Der hatte sogar Liegesitze oder zumindest Lehnen, die man etwas nach hinten legen konnte. Obwohl ich ganz schön fertig war, zum Schlafen kam ich nur kurz, denn ich saß dieses Mal im Bus der Erwachsenen (Jugendbus war schon komplett ausgebucht). Dort wurde Michi Nahrs Geburtstag gefeiert - von Mannheim bis München.

Das muss man den Erwachsenen auch neidlos anerkennen - wenn sie auch nicht Hockey spielen können, feiern können sie, wie kaum andere.

Wir B-Mädels freuen uns schon heute auf das nächste Spiel und hoffen, dass die Eltern auch alle zuschauen, um etwas für ihre Hockeyspiele zu lernen und auch mal gewinnen. Toll wäre es wenn sich auch die eine oder andere Leserin unsere Mannschaft mal ansieht, vielleicht macht das ja Appetit aufs Einsteigen.

Wegen der Anmerkungen zum Elternhockey vertraue ich darauf, dass man mir deswegen nicht böse ist - ihr habt toll gespielt - ganz ehrlich !

Haizuru

H. Ockey (will anonym bleiben, wegen der verdeckten Fouls gegenüber den "Alten")

Autor(in): Mike Lardschneider - Eingestellt von: Patrick Meyer