Ein heißer Tanz - so spannend kann nur Hockey sein
Erstellt / Aktualisiert am: 24.10.2005
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Wenn man eines nicht sagen kann, dann ist es, dass die A-Mädchen das Finale in der Zwischenrunde zur Qualifikation der Endrundenteilnahmen um die Deutsche Feldhockeymeisterschaft verloren hätten. Sie haben sich zwar leider nicht qualifizieren können, jedoch lieferten sie eine ganz starke Leistung in Mülheim an der Ruhr ab. Die Mannschaft ist daran gewachsen und wird in den nächsten Jahren im bayerischen aber auch im nationalen Hockey eine bedeutende Rolle spielen. Aber eins nach dem anderen.
Die MSC-Mädchen gewannen vor zwei Wochen auf Naturrasen in Großgründlach (siehe Beitrag) erstmalig die Bayerische Feldhockeymeisterschaft. Damit durften sie neben dem Gastgeber dem HTC Uhlenhorst, der Eintracht aus Frankfurt und den Mädchen aus Celle an der Zwischenrunde teilnehmen. Sie reisten am Freitag, den 21.10.2005 zusammen mit Peter Schneid (als Ersatz-Coach für Hermann Ellenbeck, der am Samstag mit den Bundesligadamen in Rüsselsheim siegte) und Sylvia Jessulat (als Betreuerin) per Zug an. Ich stieß als Videofilmer und Berichterstatter in Mülheim dazu.

Probieren Sie doch einmal mit dem Ellenbogen an Ihre Nase zu kommen.
Nach dem Einchecken im Hotel und einer Straßenbahnfahrt quer durch Mülheim fand noch ein Training auf dem neuen Kunstrasenplatz des Uhlenhorster Clubs statt. Sehr motiviert - wen wundert's - aber auch sehr konzentriert absolvierten die MSClerinnen die Ballübungen. Anschließend gab es für alle ein Abendessen im Clubhaus sowie das Kennenlernen der für den MSC zuständigen Betreuerin Susanne Timm. Diese kümmerte sich, zusammen mit weiteren Uhlenhorstern, ganz ausgezeichnet um die Münchner. Transferfahrten, Wasserversorgung und Hilfe bei allen Fragen waren garantiert und gab den Mädchen auch die ausreichende Sicherheit, um sich voll und ganz auf den sportlichen Part dieses Ausflugs nach Nordrhein-Westfalen konzentrieren zu können.

Das ist ja nicht zu fassen! (Nach dem Sieg gegen Frankfurt)
Am Samstag um 13:30 stand dann das Spiel gegen Hessen 2, die Mädchen von Eintracht Frankfurt, an. Insbesondere dank einer sehr guten zweiten Halbzeit in der alle Tore fielen, konnten die 11 - 14-jährigen das Spiel verdient mit 4:0 für sich entscheiden. Sehr schöne Freischlagvarianten und einige Doppelpasskombinationen wurden erfolgreich mit Toren abgeschlossen. Damit war klar: die Mannschaft des MSC ist in ihrer Altersklasse eine der 8 besten in ganz Deutschland und es würde am Sonntag darum gehen, in das Finalspiel mit der gleichen positiven Einstellung zu gehen. Bereits der erste Sieg war ein riesiger Erfolg. Das klare Ergebnis gegen eine Mannschaft, die in Hessen seit Jahren oben mitspielt, war verdient (ca. 80% Ballbesitz für die Münchnerinnen).

Gut gelaunt, ist halb am Ziel
Im Vormittagsspiel schlugen die Gastgeberinnen zuvor die Mädels aus Celle zwar nur mit 2:0, waren aber die klar dominierende Mannschaft. Keine der mehr als 10 kurzen Ecken der zweiten Halbzeit konnten in zählbare Tore verwandelt werden. Dem MSC war aber schon vor diesem Spiel bewusst, dass Uhlenhorst mit einem sehr starken Aufgebot ins Rennen gehen würde. Schließlich wurden die seit Jahren überragenden Mönchengladbacherinnen am Ende der Vorrunde kurz vor dem Gewinn der Westdeutschen Meisterschaft vom aufstrebenden Team aus Mülheim noch besiegt.

Betreuerin Silvia - verlassen auf der Bank
Am Sonntag kam es also zur Begegnung Celle gegen Frankfurt, das Celle mit 1:0 für sich entschied.
Das Finale
Um 12:00 war Anpfiff zu dem mit Spannung erwarteten Match des MSC gegen Uhlenhorst. Mit etwa 250 Zuschauern war das Finale besser besucht als die meisten unserer Bundesliga-Heimspiele. Jeder kann sich vorstellen, dass die beeindruckende Kulisse für unsere Mädchen eine neue Erfahrung war, die sie sehr gut gemeistert haben. Die einzigen echten Fans die mitgereist waren, Selina und Julia, die dieses Mal leider nicht aktiv mitspielen konnten, sorgten vom Seitenrand aus für Unterstützung. Mit den Anfeuerungsrufen der Gastgeber konnten sie zwar nicht mithalten, aber gedanklich waren sie bestimmt noch viel mehr dabei als alle anderen im Stadion. Die ersten Minuten waren geprägt von einem erfrischenden Hin und Her auf beiden Seiten. Auch wenn Uhlenhorst zunehmend das Spiel kontrollierte, fiel zwei Minuten vor der Pause dann das 1:0 für den MSC. Ein Freischlag in den Kreis wurde durch einen Stecher abgelenkt und am Torwart vorbei im Netz versenkt. In der Pause bereitete Hermann, der am Samstagabend nach Mülheim kam, die Mädels auf den zu erwartenden Sturmlauf der Uhlenhorsterinnen vor. Und dieser kam. Etwa 5 Minuten nach Wiederanpfiff lenkte eine Gegnerin die Kugel an der Abwehr und der Torhüterin des MSC vorbei. 1:1 - noch war alles möglich. In einer wahren Abwehrschlacht gelang es unseren Mädchen 18 Ecken unschädlich zu machen und auch aus dem Feld geführte Angriffe abzuwehren. Mehrere Male konnte der Ball auf der Linie (in allen Höhen) vor dem Überqueren der Torlinie gehindert werden. Dann kam der Schlusspfiff und die Spannung stieg ins Unermessliche. Die 7-Meter-Schützinnen wurden festgelegt. Nach jeweils fünf 7 Metern stand es 4:4 Unentschieden, also wurde pärchenweise weitergeschossen. Dieses Duell entschieden dann die Uhlenhorsterinnen mit 5:4 für sich. Die Tränen der Mädchen nach Spielende waren verständlich, zumal der MSC die letzten 10 Minuten wegen einer gelben Karte wegen Stockschlagens dezimiert absolvieren musste und kräftemäßig fast am Ende war.

Knapper geht's kaum - die Mannschaft, die eine tolle Saison gespielt hat (Selina ist nicht im Bild, war aber in Mülheim auch dabei)
Betrachtet man, wie knapp das Ergebnis ausgefallen ist, muss man klar sagen: schade - die Mädchen waren ganz knapp dran in die Endrunde der besten 4 einzuziehen! Betrachtet man allerdings, was sie die ganze Saison über geleistet und welch tolle Partien sie in Uhlenhorst abgeliefert haben, muss man klar sagen: eine sportliche Superleistung und eine überragende mannschaftliche Geschlossenheit. Sie sind damit vielleicht sogar die fünft beste Mannschaft in ganz Deutschland. Gratulation an das Team, die Trainer Hermann und Peter, die Betreuerinnen sowie alle Eltern die so toll hinter ihren Kindern stehen !!!
Sponsor gesucht
Das einzige was nun noch fehlt, ist ein Saisonsponsor für das Team, damit die nun wohl häufiger werdenden Reisen durch ganz Deutschland auch finanziert werden können. Es wäre ganz toll, wenn sich jemand, begeistert von der Leistung des Teams und deren sehr guten Zukunftsaussichten, finden würde, um zu unterstützen. Für werbewirksame Auftritte in sportlicher Hinsicht sorgt das Team, für alle weiteren Marketingmöglichkeiten das Umfeld der Mädchen.
Diese Mannschaft bereitet sich nun nach wenigen Tagen Verschnaufpause schon ab den Herbstferien auf die Hallensaison vor, bei der sie voraussichtlich auch von sich Schlagzeilen machen wird. Wir werden berichten.
Haizuru
Autor(in): Mike Lardschneider - Eingestellt von: Max Grießl












