MSC bleibt erstklassig und feiert "Rückrundenmeisterschaft"
Erstellt / Aktualisiert am: 23.06.2005
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Vierhundert gut gelaunte Zuschauer, eine brasilianische Trommlergruppe, die mit Samba-Rhythmen einheizte, strahlender Sonnenschein und die beiden besten Mannschaften der Rückrunde: Alles war für einen großen Tag beim Hockey-Bundesligisten Münchner Sportclub bereitet.
Dabei wurde dem MSC noch vor drei Wochen eine düstere Zukunft und der Abstieg in die Zweitklassigkeit prophezeit. Kein Wunder nach der Niederlage gegen den direkten Abstiegskonkurrenten Berlin und der Aussicht auf das am Abstand schwierigste Restprogramm. Doch totgesagte leben länger. Und prompt feierte der Sportclub mit zwei Siegen bei den hohen Favoriten aus Hamburg die Wiederauferstehung und eine gute Voraussetzung für den alles entscheidenden letztem Spieltag.
Mit drei Punkten und vier Toren Vorsprung auf den ersten Abstiegsplatz ging es für den MSC also um wesentlich mehr, als nur einen gelungenen Saisonabschluss. Um endgültig die Klasse zu sichern musste mindestens ein Zähler gegen die Gäste von Schwarz-Weiß Neuss her.
Und das merkte man dem Team von Trainer Martin Schultze auch an. Bemüht, aber auch angespannt und nervös begann die Partie. Spielwitz und kreative Momente waren somit eher Mangelware. Der Kampf beherrschte das Spiel. Dennoch kamen beide Teams immer wieder zu guten Tormöglichkeiten, bei denen die beiden Torhüter jedoch zu überzeugen wussten. In Abschnitt eins war es MSC-Schlussmann Max Weinhold, der ein ums andere Mal mit weltklasse Reflexen sein Team vor einem Rückstand bewahrte. Bis Maik Günther kurz vor dem Pausenpfiff mit einem Stecher für die erlösende und viel umjubelte Münchner Führung sorgte.
In der zweiten Halbzeit zeigte dann Weinholds Gegenüber Achim Metzdorf sein Können. Binnen nur zwei Minuten verhinderte er zuerst gegen Maik Günther und dann gegen Phillip Weinhold die Vorentscheidung. Im Gegenzug besorgte Andreas Lante den verdienten 1:1-Ausgleichstreffer für Neuss, das nie aufgab. Doch es sollte nicht lange dauern bis die Gastgeber zurückschlugen. Nur drei Minuten später war es Lars Michel, der die erste – eigentlich völlig verunglückte – Münchner Ecke zum entscheidenden 2:1 im Tor unerbrachte und seine Mannschaft und die 400 Zuschauer in Jubeltaumel versetzte.
„Ein besonders hochklassiges Spiel war es zwar nicht, aber das ist jetzt egal! Wir haben es geschafft und das ist das einzige was zählt“, wusste MSC-Trainer Martin Schultze nach der Partie. Ebenso wie die Damen, die bereits am vergangenen Wochenende den Klassenerhalt sicherstellten, bleiben nun auch die Herren des Sportclubs erstklassig. Und nebenbei sicherte sich das Team von Schultze auch noch den „Titel“ der besten Rückrundenmannschaft. Nachdem man in der Hinrunde nur magere sechs Punkte holte und diese als Tabellenletzter abschloss, feierte das Team von der Eberwurzstraße in der Rückrunde 22 Zähler und rangiert dortt klar auf Rang eins.
Abschied von Trainer Martin Schultze
Für Trainer Martin Schultze war es dennoch ein Abschied aus der Bundesliga – und vom MSC. Nach zweieinhalb Jahren Tätigkeit beim Sportclub, in denen er den Europapokal der Landesmeister erstmals nach München holte, beendet der 33-Jährige sein Engagement. „Aus rein privaten, familiären Gründen“, wie Schultze betont. Beim Vorstand des MSC stößt diese Entscheidung gleichzeitig auf Verständnis und großes Bedauern. „Martin Schultze hat viel für den Verein geleistet. Er wird eine große Lücke hinterlassen“, betont Hockey-Abteilungsleiterin Hella Kämper. Schultze wechselt zum HC Bremen und wird dort ab August für die Jugendarbeit verantwortlich zeichnen.
Tore: 1:0 (34.) Günther, 1:1 (59.) Lante, 2:1 (62./E) L. Michel. E: 1/4. Z: 400. SR: Lohrisch (Augsburg), Lubrich (Ludwigshafen).
Autor(in): Tim Horlacher - Eingestellt von: Patrick Meyer












