Nur ein einziges Tor hat zum Titel gefehlt
Erstellt / Aktualisiert am: 16.03.2006
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Bei Schneefall - bei welchem Wetter sonst - sind wir zu sechzehnt am Samstag den 11.3. nach Nürnberg aufgebrochen. Nicht weil wir die Hoffnung hatten, dass dort das Wetter besser sei oder nur um uns diese schöne Stadt anzusehen oder gar um Nürnberger Bratwürst` zu essen, sondern um in der Siedlerhalle um den Bayerischen Meistertitel der B-Mädchen mitzuspielen.

Diese sechzehn setzten sich zusammen aus 12 sportlichen Mädchen, Trainer Hermann Ellenbeck, Betreuerin Ariane Dorner und den beiden Fahrern Peter Schneid und mir. Klar war, dass die Autos am Heimweg auf alle Fälle in Summe um ca. 135 Gramm schwerer sein sollten als auf der Hinfahrt. So viel wiegen in etwa der weißblaue Wimpel des Hockeyverbands plus die 12 goldfarbenen Anstecknadeln zusammen.
Dass dann die Autos doch weniger schwer waren, lag primär daran, dass die Mädels aufgrund des starken körperlichen Einsatzes mehr an Gewicht verloren hatten, als die Siegessymbole gewogen hätten. Auch wenn der Wimpel leider nicht nach München mitgenommen werden durfte, waren alle mit ihrer Leistung, das heißt primär ihrem Kampfgeist, zufrieden.

Gleich nach der Ankunft und dem Bezug der außerordentlich schönen sowie ideal gelegenen Jugendherberge im Burggemäuer Nürnbergs, gingen wir in die Altstadt zum Italiener. Pizzas so groß, dass nur wenige sie alleine bezwangen und so geschmackvoll, dass alle noch am nächsten Tag davon schwärmten. Der Ober so freundlich als hätte man ihm schon beim Betreten des Lokals 20 € Trinkgeld gegeben sowie eine Atmosphäre, die so positiv war, dass wir uns fast nicht getraut hätten, den Laden mit 12 Mädchen und vor allem 4 Erwachsenen "aufzumischen". Zur Beruhigung der Leser (vor allem der Eltern), es blieb alles ganz.

Zurück in der Jugendherberge versagte dann die Technikabteilung der Mannschaft. Zum großen Leidwesen Hermanns aber zur Freude der Mannschaft, gelang es nicht, die Videobesprechung durchzuführen. Kamera und Fernseher wollten sich gegenseitig einfach nicht verstehen. Erst nach einer ruhigen Nacht funktionierte das am nächsten Morgen. So kam es, dass die Sportlerinnen bereits um 22:00 ins Bett gingen. Natürlich machten sie sich um 23:00 unbemerkt wieder auf, um wie Schlossgespenster durch die Gemäuer zu schweben und bis zur Gespensterstunde über ihr Leben zu quatschen. Müdigkeit war am nächsten Tag, dem Spieltag, nur schwer bei ihnen auszumachen. Warum ? Weil wir vier Erwachsenen bis um 1:30 morgens diskutierten, lachten und Spaß hatten und bestimmt nicht fitter waren als die Kinder.
Wer die Siedlerhalle nicht kennt, muss unbedingt einmal hinfahren. Sie ist weder von außen schön noch innen gemütlich. Man kann nicht viel vom Spiel sehen (wegen der Säulen) aber bekommt sehr viel von dem Lärm mit (wegen der niedrigen Decke). Alles in allem eine Halle, die sich nicht unbedingt für solche Abschlussrunden eignet aber zum Hockeygeschehen in Bayern dazugehört. Da gewesen sollte man allerdings einmal sein. Sehr gut dagegen war die Organisation. Es fehlte uns an nichts - wir hatten ja auch alles dabei! Von gesunden Bio-Bananen über Saft und Wasser bis hin zu dem Medizinkoffer der Mannschaft, gesponsort von der Firma Rogg Verbandsstoffe.
Gegen 11:30 traf dann der Fanclub des MSC ein. Fast alle Eltern der Spielerinnen und auch deren Geschwister waren anwesend um anzufeuern. Das Auftaktspiel, sonst immer das Problemspiel für unsere Mannschaften, wurde klar und deutlich mit 4:0 gegen den Sportbund aus Rosenheim gewonnen. Mit dieser Sicherheit im Rücken, startete die Mannschaft locker in die zweite Begegnung gegen die HG Nürnberg. Das 1:0 für den MSC zur Pause ging voll und ganz in Ordnung. Der MSC war die überlegene Mannschaft, bis wenige Sekunden nach Wiederanpfiff. Mit etwas körperlichem Einsatz, aber fair, setzte sich eine HGN-Stürmerin durch und glich aus. Wenige Minuten später folgte das zweite Gegentor was die unseren vollends verunsicherte. In der letzten Sekunde des Spiels gelang es allerdings dem MSC mit einem Eckentor zumindest den Ausgleich zu schießen. Somit war im letzten Spiel gegen den Nürnberger HTC noch alles drin, der die ersten beiden Spiele gewinnen konnte.
Im letzten Spiel des Tages konnte der NHTC das erste Tor vor der Halbzeit erzielen. Anfang der zweiten Halbzeit allerdings gelang dem MSC der Ausgleich und die Sturm- und Drangphase begann. Leider etwas zu stürmisch und wenig geplant, wurden die Angriffe vorgetragen. Alle Konter des NHTC konnten nicht zuletzt wegen der hervorragend haltenden Torfrau Saskia Ammer abgewehrt werden. So blieb den NHTClerinnen ein zweites Tor ebenso verwehrt wie dem MSC-Team, das diesem zum Sieg des Titels gereicht hätte. Es war den Münchnerinnen eben trotz überzeugendem Einsatz nicht vergönnt. Die Mädchen verabschiedeten sich damit zum achten Mal in Folge von ihren Gegnerinnen aus der Siedlerstraße mit einem Unentschieden! Weder bei Meisterschaften noch bei den Nachwuchshockeyturnieren des MSC namens FlipFlop (Halle) und Jappadappadu (Feld) konnte sich eine der beiden Mannschaften durchsetzen. Allerdings reichte den Nürnbergerinnen ein solches Unentschieden sowohl in der letzten Hallen- als auch der letzten Feldsaison zum Titel. Jedes Mal im letzten Spiel gegen den MSC, der damit den zweiten Rang abonniert zu haben scheint.
Da dieses Abo allerdings nun ausgelaufen ist, sollte im Sommer der Titel und somit der Wimpel nach 2004 (in Schwabach) mal wieder nach München wandern.

Die Heimfahrt verlief ohne Besonderheiten. Einzige Ausnahme war der schon auf der Hinfahrt von Hermann avisierte Stopp in Greding. Dort befindet sich ein Gourmet-Restaurant das neben Pommes in der Papptüte und Chicken Nuggets in der Pappschachtel, Cola im Pappbecher auch Hamburger in Papierservietten verkauft.
Um 20:30 waren alle 16 wieder zurück beim MSC. Die Hallensaison ist damit, sofern der Schnee vom Kunstrasen heuer noch wegtaut, beendet und alle freuen sich (manche mehr, manche weniger) auf eine wiederum erfolgreiche Freifeldsaison. Die Mannschaft ist stark und motiviert genug, um dieses Mal den NHTClerinnen zu zeigen, dass der Wimpel viel besser in das Clubhaus in der Lerchenau passt als in die Siedlerstraße.
Haizuru
Mike Lardschneider
Autor(in): Mike Lardschneider - Eingestellt von: Max Grießl












