MSC-Mädchen in Mönchengladbach
Erstellt / Aktualisiert am: 27.06.2006
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Früh aufstehen war am letzten Freitag der Pfingstferien angesagt, denn die weibliche Jugend B und die A Mädchen führen zusammen mit ihrem Coach Peter Schneid und den Betreuern Ariane, Peter und Petra frühmorgens mit dem Zug Richtung Mönchengladbach. Dort fand das Turnier zum 7. Niederrheinpokal statt an dem 48 Mannschaften teilnahmen und alle im Zelt übernachteten.
Trotz früher Stunde waren alle - mit einer Ausnahme - am Bahnhof. Der Waggon des ICE bog sich fast durch als die schwere Tasche mit dem großen Zelt und die zwei Sackkarren mit vielen weiteren Zelten eingeladen waren.
Wenige Minuten bevor der Schaffner zur Abfahrt pfiff, waren alle etwas nervös, denn Sophie war nicht da. Na ja vielleicht hat sie den Zug noch ganz knapp geschafft und ist weiter hinten eingestiegen, um sich durch den Gang zu uns vor zu arbeiten. Wir dachten, sie übt vielleicht durch die leere Gasse zu laufen. Kurz nach der Abfahrt klingelte das Handy und wir erfuhren, dass Sophie gerade erst am Bahnhof angekommen ist und den Zug nicht mehr erreichen konnte. Sie wird mit einem anderen Zug nachkommen.
Wie sich wohl jeder vorstellen kann, verlief die Bahnfahrt sehr lustig. Auch beim Umsteigen in Düsseldorf, wo wir laut Fahrplan 10 Minuten zur Verfügung hatten um von Gleis 4 auf Gleis 18 zu rennen, mitsamt allen Zelten, Wagen, Rucksäcken, Koffern und Taschen. Gut hatten es all diejenigen deren Gepäck Rollen besaß. Alle anderen benutzten - wie man es scheinbar so macht - den Hockeyschläger, um die Taschen den langen Gang entlang zu ziehen. Nass geschwitzt kamen wir auf Gleis 18 an und sahen, dass der Anschlusszug 15 Minuten Verspätung hatte. Die erste Konditionseinheit des Wochenendes war damit absolviert.
In Mönchengladbach - der selbsternannten Hockeyhauptstadt - angekommen, wurden wir vom Gastgeber, dem Gladbacher Hockey- und Tennisclub abgeholt. Es empfing uns eine tolle Anlage, die neben den Hockeyplätzen einen schönen Swimmingpool, ein gepflegtes Clubhaus und eine große Zeltwiese besaßen. Alle die schon da waren steckten uns schnell mit ihrer guten Laune an, für die auch das gute Wetter sehr förderlich war.

Schnell hatte die wbJB ihr Zelt aufgestellt, den MädA waren Ariane und Petra behilflich und Peter und Peter errichteten das große Hauptzelt des MSC. In der Zwischenzeit traf auch Sophie ein, total relaxed, vom vielen Mathelernen während der Fahrt. Gerade rechtzeitig für das erste Spiel um 16.30. Die wbJB spielte gleich gegen Gladbach und verlor unglücklich 2:3. Die MädA spielten ebenfalls auf dem Kunstrasen, erkämpften sich aber gegen das Team des GHTC ein torloses Remis.
Anschließend hüpften die Kinder in den Pool, der herrlich zum Abkühlen war. Die großen Mädels sondierten die Lage, wer alles so auf der Anlage war und wir Betreuer stellten auch unsere Zelt auf. Nachdem die Herren vom Feldherrnhügel aus - so tauften wir die leichte Erhebung wegen des guten Überblicks - die Lage betrachten wollten, stellten Ariane und ich unsere Zelte am Ende der Mädchen-Zeltreihe auf, um im Bedarfsfall bei übermotivierten nächtlichen Aktionen besser eingreifen zu können.

Am ersten Abend trafen wir uns zum Abstimmen der einzelnen Aufgaben. Peter übernahm freiwillig die Nachtwache, Ariane und ich erklärten uns für die MädA zuständig, die bis 24 h im Bett sein sollten. Essenskarten und Erkennungsbänder für die Handgelenke wurden besorgt. Weckzeit, Frühstück und alles weitere wurde abgestimmt. Dann gings mit einer der Sackkarren in den Aldi um Wasser zu bunkern.

Nach dem Abendessen, es gab Grillfleisch und gute Salate, trafen wir vier uns zu einem netten Plausch auf unserem Feldherrnhügel. Nach einer Weile kamen die Berliner an und packten ihre Zelte aus. Zu diesem Zeitpunkt ahnten wir noch nicht, dass wir in Kürze einen riesigen Spaß haben werden. Die Nordlichter - scheinbar total unerfahrene Camper - versuchten in den verschiedensten Varianten die Zeltstangen in die Innenzelte zu fädeln. Wir überlegten immer wieder, ob wir ihnen den Tipp mit der Außenhaut geben sollen. Aber es war so nett anzusehen, dass wir beschlossen, die Aufführung nicht zu unterbrechen. Wir wären vor lauter Lachen ohnehin nicht unverletzt vom Feldherrnhügel heruntergekommen, um zu helfen. Nach viel Gefluche auf deren Seite und tränenden Augen auf unserer, hatten sie dann endlich ihr großes Zelt aufgebaut. Schade, die kleinen Zelte würden sie wohl jetzt problemlos installieren können. Doch weit gefehlt, denn hatten sie eben gelernt, dass die Stangen in die Außenhaut gehörten, suchten sie jetzt fieberhaft wie sie diese nun in das Überzelt des kleineren Zeltes einbringen können. Unsere Lachmuskeln wurden bis aufs Äußerste belastet. Nach ca. 2 Stunden war das Spontantheater dann leider beendet. Unsere älteren Mädels interpretierten unsere Freude dahingehend, dass wir zu viel getrunken hätten und freuten sich natürlich darüber, denn sie gingen davon aus, dass wir dann nachts tief schlafen würden. Doch das war ein Trugschluß.
Kurz vor Mitternacht holten wir alle Mädchen zusammen, vom Pool, vom Beachvolleyball-Platz und vom Lagerfeuer. Aus den Lautsprechern tönte immer noch laute Musik, die Bälle schepperten gegen die Blechwand der Werbung am Kunstrasenplatz und das Flutlicht erleuchtete alle Zelte. Also kein Problem den Reißverschluss des Schlafsackes zu finden, jedoch schon ein Problem für die meisten trotz des langen Tages einzuschlafen. Es dauerte eine ganze Weile bis Ruhe am Platz eingekehrt war.
Nach einer erstaunlich kalten Nacht waren die ersten gegen 5.30 wieder aktiv. Ariane und ich drehten eine Runde in dem noch leeren Swimmingpool. Außer uns, dem Wasser und ein paar Handtüchern auf dem Grund war der Pool leer. Kein Wunder es war bewölkt und doch frisch. Zum Frühstück um 8:30 Uhr gab es diverse Handsemmeln mit Nutella, Marmelade, Wurst und Käse.

Danach war die Besprechung mit Peter angesagt. Für die MädA ging es auf den Naturrasen etwas außerhalb der Anlage um sich mit Alzey zu messen. Peter versuchte verschiedene Taktiken um auch Tore zu erzielen, aber es blieb bei einem 0:1 gegen uns. Anschließend lief Peter mit den interessierten MSC Spielerinnen zum zukünftigen WM Stadion, um dieses etwas genauer unter die Lupe zu nehmen.
Nach der mittäglichen Stärkung kam auch die Sonne wieder heraus und die wbJ spielte am Naturrasen ihr erstes Spiel gegen Velbert. Trotz des frühen Ausfalls von Sabrina (Ball an den Fuß) fand die Mannschaft gleich in ihrer neuen Konstellation zusammen. Sie gewann und alle freuten sich auf ein kühles Nass.
Das Spiel der MädA am Nachmittag endete wieder torlos und wir verfolgten mit Spannung die Tabelle. Doch das Phänomen der wenigen Tore zog sich durch alle MädA-Begegnungen.
Der Pool war das Nonplusultra. Dort war es einfach lustiger als in der Hitze über den Hockeyplatz zu sprinten. Sie sprangen in 3-er, 4-er oder gar 8-er Kette ins Wasser, schubsten sich gegenseitig hinein oder spielten Beachvolleyball. Auch Elisabeth war im Pool, trotz ihres eingegipsten Arms, den sie ausdauernd in die Höhe hielt.

Inzwischen waren durch die vielen süßen Verlockungen noch Zeltmitbewohner bei den ein oder anderen eingezogen. Jedenfalls wurde erstaunt festgestellt: "Bei mir sind ja Ameisen" - wo die wohl her kamen.
Nach und nach wurde es mit unseren Essenskarten knapp. Nur diese berechtigten einen Teilnehmer ein kostenloses Essen in Empfang zu nehmen. Wie üblich sind auch einige Gutscheine abhanden gekommen, aber verhungert ist keine.
Nach dem Abendessen gab es für uns wieder eine gesellige Runde auf dem Feldherrnhügel. Dummerweise gab es keine Fortsetzung der Show des Vorabends. Stattdessen ließen wir uns von Peter sein kleines Oktavheftchen, in dem er alle möglichen Notizen zu Spielzügen gemacht hatte, genauestens erklären. Wir errechneten die in Frage kommenden Platzierungen unserer Mannschaften.
Diesmal war abends die Musik etwas eher aus, bereits um 0.30 h war es wesentlich ruhiger auf dem Platz. Als dann auch noch das Licht ausgemacht wurde, war schnell Platzruhe eingekehrt. Die MädA und einige der wbJ waren froh im Schlafsack liegen zu können und das Gemurmel verstummte sehr bald. Ein paar Jungs fetzten noch um die Zelte und meinten uns bei dem morgendlichen Zeltabbau schon einmal die Vorarbeit leisten zu müssen und entfernten ein Paar Zeltschnüre.
Peter S. wusste schon, warum er sich zur Nachtwache angeboten hatte. Er lieh sich einen bequemen Campingsessel und suchte sich ein ruhiges Plätzchen in der Nähe der Zelte. Dabei wurde er glatt ein paar Mal gestört, denn die ein oder andere hatte die Sonnenbrille irgendwo vergessen oder wollte noch dringend ein Wasser holen. Er lernte sehr interessiert, welches Zeltmodell an welcher unerwarteten Stelle eine Ausgangstüre hat. Irgendwann legte aber auch er sich schlafen und fiel bestimmt in herrliche Träume.
Am nächsten Morgen starteten alle deutlich später. Die Morgensonne versprach einen tollen Tag.
Beide Spiele gewannen die MädA mit guten Spielzügen jeweils mit 3:0. Die neue Taktik im Mittelfeld ging auf und sie sicherten sich den 5.ten Platz.
Die wbJ spielte trotz der zweiten kurzen Nacht im ersten Spiel sehr erfolgreich gegen die siegessicheren Uhlenhorsterinnen. 2:0 stand es am Ende für den MSC. Der Turniersieg lag noch ein Spiel entfernt.
Kurz vor dem Endspiel waren alle unsere Zelte abgebaut. Es ist schon erstaunlich, dass alle verstreuten Dinge ihren Weg in die Koffer fanden. Die verlorenen Essenskarten tauchten auf wundersame Weise auf, wo sie doch ganz sicher nicht im Zelt waren und die Ameisen klebten mit Haarspray am Zeltboden fest. So hatten sie leider nie eine Chance an die Leckereien die angeboten wurden zu gelangen.

Um 14.30 pfiff Christiane das Endspiel gegen den GHTC an. Alle Fans saßen auf den Treppen oder den Geländern. Es war ein schnelles und schönes Hockeyspiel. Rasch fiel das erste Tor zur Freude des MSC. Nun hieß es kein Gegentor zu kassieren. Nach dem Motto Angriff ist die beste Verteidigung boten sich den Gastgeberinnen kaum Chancen und so konnte der Sieg sicher eingefahren werden. Der Jubel war groß.

Auch wenn die ein oder andere noch eine Woche in Gladbach hätte bleiben wollen, wurden wir mit unserem Umzugsgut nach der Siegerehrung wieder zum Bahnhof gebracht und es ging zurück nach München. Dort angekommen wollte jeder nur noch ins Bett.
Sicherlich war dieses Wochenende nicht nur sportlich sondern auch persönlich für jede eine tolle Erfahrung. Die Mädchen haben den MSC im Rheinland sehr gut vertreten und freuen sich möglichst bald wieder mit anderen guten Teams messen zu können.
Autor(in): Petra Lardschneider - Eingestellt von: Max Grießl












