Samstag, 4. Februar 2012

Hockgeier vom MSC schlagen sich tapfer in Wels

Erstellt / Aktualisiert am: 07.11.2006

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Anfahrt:
Mit einer Rumpfmannschaft fuhr die Eltern-Hockeymannschaft des MSC zum Turnier nach Wels in Österreich; nachdem kurzfristig einige krankheitsbedingte Ausfälle in Kauf genommen werden mussten, reisten 7 verschworene Hockeyspielerinnen und -spieler mit größter Defensivtatik im Gepäck am Samstag den 4.11. in die Karftwerk-Arena nach Wels.

Dort pünktlich angekommen, mussten wir unsere fast 45-minütige eingeplante Umzieh- und Aufwärmphase der Spielplanänderung opfern, weil die Ostdeutschen Kollegen aus Staßfurt (Sachsen-Anhalt) im Schnee steckten; Na Bravo; jetzt mit nur zwei Auswechselspieler und das erste Mal in dieser Hallensaison den Schläger in der Hand auf den Platz, und das ganze noch ohne vorherige kleine Übungsphase.

Gruppenspielphase am Samstag:
Hier die Startaufstellung der Mannschaft, welche den MSC  - um das vorwegzunehmen - äußerst ehrenvoll vertrat; sowohl auf als auch neben dem Platz:

Im Tor: Andi (ca. 2m groß, eingekauft mit Bier von den Welsern)
In der Abwehr: Claudia und Robert (einfach eine Defensivbank)
Im Zentrum: Andreas (mit großem Laufpensum den Gegner ständig verwirrend  o.k. einmal haben sich Andreas´s und mein Laufweg direkt gekreuzt; keine Verletzung, aber Freischlag für den Gegner, der aber kein Kapital daraus schlagen konnte)
Im Sturm: Klausi  und Thierry (stets torgefährliche Szenen heraufbeschwörend)
Auswechselspieler: Waldi (lies oft die Claudia verschnaufen und bestach durch ballsichere Abwehr) und Eva (unser Joker … später mehr)

1.Spiel:
Es ging gleich gegen die „Welser Haie“ und unser Torhüter Andi von den „Township Wels“ spielte um so motivierter; für ihn war´s ja fast ein Derby. Nach 15 hochkonzentrierten Minuten und einem überragendem Welser Torhüter hatten wir ein 0:0 erkämpft und gingen erhobenen Hauptes vom Platz, da sich eine etwas laufstärkere und technischer leicht überlegenere Mannschaft die Zähne an uns ausgebissen hatte.
Ich habe mich natürlich nicht richtig warm gemacht (wie auch möglich bei der vorgezogenen Spielzeit, und immerhin hätte eine verspäteter Spielantritt 1 Kasten Bier gekosten, unser Budget ist ja schließlich schon für die Tranfersumme von Torhüter Andi draufgegangen), und erlitt prompt eine leichte Zerrung.

Aufgrund der äußerst großzügigen Welser Gastfreundschaft hat mir der Beppi (seit Jahrzehnten Betreuer der Welser) seinen gesamten Arztkoffer durchgewühlt, und ich konnte so zu meiner riesigen Überraschung mit einer streng angelegten Bandage schmerzfrei alle Spiele am Samstag durchspielen.


2. bis 4. Spiel:
Wir haben unsere Taktik für die Gruppenphase nicht geändert, kamen in allen Spielen durchaus zu ein paar guten Chancen, besonders Klausi´s Tripplings im gegnerischen Strafraum verwirrte den Gegner regelmäßig; Thierry und Andreas kämpften und liefen viel, und machten es den Gegner phasenweise mehr als schwer; Eva, die in ihrem Leben zum erstenmal mit einem Hallenschläger um Punkte kämpfte, sah man die viel gewonnene Erfahrung in ihrer ersten Feldsaison deutlich an und konnte schon sehr gut einige hallenspezifischen Techniken umsetzen; Claudia und ich hatten die Abwehr recht gut im Griff, es viel immerhin am Samstag nur 1 Gegentor aus dem Spiel heraus.
Waldi bestach wie immer durch ihre ruhige souveräne Art, wobei ihr die Stocksicherheit als Grundlage diente

Leider stand uns aber das Glück am Samstag nicht ganz zur Seite, und so verloren wir die drei weitern Spiele ganz knapp nur 1:0. Wir hatten alle trotzdem viel Spaß, das erste mal in der Halle zu spielen, obwohl wir mit diesem Turnier voll ins kalte Wasser, sprich in die Hallensaison springen mussten.

Turnierabend und Hotel:
Naja, dann kam der Turnierabend und unser Hotel:
Gut war, das wir direkt am Ort des Festes unser Quartier aufgeschlagen hatten, akzeptabel war auch das Essen und die Unterhaltung, man hat zwar vor lauter Dialekt und Übersteuerung der Mikroanlage die Gags nicht so schnell mitbekommen, aber es war trotzdem bis in den nächsten Tag hinein lustig; super waren die Getränke, die waren aber im Preis nicht inbegriffen.



ABER !! was nicht so ganz akzeptabel war, waren die Räumlichkeiten:
Es war kalt, obwohl die Heizung an war; es zog im Bett neben dem Fenster, obwohl das Fenster zu war; es ging kein Licht an, obwohl ein Schalter da war  wir haben ja schon vermutet, dass der ohne Funktion vorhandene Schalter (bei Andi und mir im Zimmer) das Licht bei Klausi´s Zimmer schalten musste, da sein Lichtschalter wiederum keine Funktion aufwies; aber wir haben dann doch keinen Testlauf gestartet.
Einige Zimmer hatten keine Dusche, und manche auch nicht mal Toilette; die waren auf den Gängen: Männer im 1.OG, Damen im 2.OG, - die Männertoilette war dann irgendwann „überlastet“, sprich voll.



Naja, wir haben dann doch irgendwie kurz und kräftig geschlafen, und aufgrund ihrer Mängelhinweise haben Waldi und Klausi am nächsten Morgen vom Wirt relativ unproblematisch einen nennenswerten Rabatt für ihre Einzelzimmer erhalten.
Thierry´s Einzelzimmer gab keinen Nachlass, muss wahrscheinlich das Turmzimmer gewesen sein (vielleicht war ja Croissant und Nutella in der Minibar, … siehe unten)

Übernachtungen in diesem Etablisement sind also somit bei gewohnten Annehmlichkeiten nicht zu empfehlen.



Frühstück:
Das Frühstück war ausgiebig … - von der Zeit her. … Die mit Belag bedeckten Teller schauten etwas traurig aus; Thierry und Claudia mussten feststellen, dass sowohl Croissants und Nutella als auch Capuccino in dieser österreichischen Gegend offensichtlich nicht zum Standard gehörte; mit Aufpreis wäre es möglich gewesen; aber wir haben dann nach dem Motto gefrühstückt: „Mit vollem Bauch läuft´s sich schlecht“.

Beschämend war auch der Zustand, dass eine „Küche“ nicht in der Lage war, für Klausi etwas heisses Wasser auf einem Ofen für sein Müsli zu erzeugen; weil…, so wurde uns mitgeteilt: Die Küche ist zu!!  Ich fragte mich, wo die bloß das Frühstückszeug und Kaffee etc. herrichten, wenn nicht in einer Küche??

Umso mehr freuten wir uns auf unsere beiden Endspiele gegen die ostdeutschen Staßfurter; nachdem wir am Samstag knapp fünfter und damit letzter unserer Gruppen wurden, gab es quasi Hin- und Rückspiel gegen den anderen Gruppenletzten, und so durften wir auch am Sonntag  wie alle anderen Mannschaften - noch zweimal zum Hockeyspielen antreten, was uns aufgrund unserer Steigerungsfähigkeit sehr entgegenkam.


Endspiel am Sonntag:
Nachdem unser Coach Waldi erkannt hatte, welches großes Potential in uns schlummert, wurde die Mannschaftsaufstellung leicht verändert; ich tauschte mit Andreas die Positionen; jetzt wollten wir doch mal sehen, wie viel PS in unserer Mannschaft steckte:

Hinspiel:
Wie es bei einer offensiveren Aufstellung (mehr Chance, aber auch mehr Risiken) halt kommen kann, fällt gegen uns das 1:0, und das ausgerechnet durch einen Duselwischer eines leicht übergewichtigen Zufallsstürmer; na ja, da müssen wir halt noch eine Schippe drauflegen, haben wir uns gedacht. Klausi impft mir zum wiederholtenmal die Taktik ein, über die Bande zu spielen. Aufgrund unserer Sturm-und-Drang-Phase und nachdem auch unsere taktische Variabilität voll zum Einsatz kam, schlugen unsere beiden jüngeren Damen erbarmungslos zu:
Zuerst kam Eva als Joker, und verwandelte in der rechten Stürmerposition spielend und plötzlich vorm Tormann einen Abpraller aufnehmend mit coolem Rückhandzieher zum 1:1; kurz darauf drückte Claudia auf der linken Stürmerposition flach am Tormann ins linke Eck zum 2:1 ein; unsere Frauenpower hatte zugeschlagen; wer aber denkt, dass unsere ostdeutschen Gegner 3 Minuten vor Schluss den Kopf hängen ließen hatte sich getäuscht; die bekamen doch noch einen 9m-Strafstoß zugesprochen, den unser Andi weil vom Schützen ins obere linke Eck geschlenzt leider nicht abwehren konnte. Endstand Hinspiel 2:2.

Schade: Wir waren so nahe an unserm ersten Sieg dran; aber wir hatten ja nichts zu verlieren; also beim Rückspiel genauso weiter:

Rückspiel:
Um es kurz zu machen: Unser Spielfluss begann so langsam Formen anzunehmen und so konnten sich die Staßfurter auf unser variables Spiel nicht mehr gut einstellen.
Jetzt schlug Klausi zu: Obwohl er einen frischen (im Sinne zum erstenmal an diesem Tag spielenden, aber offensichtlich mit leichter Alkoholfahne behafteten) Gegenspieler vor sich hatte, der außerdem auch noch einen Kopf größer war, wurde er von Klausi immer öfter schwindlich gespielt, was uns zunächst zwei 9m-Strafstöße einbrachte; diese konnten wir jedoch nicht im Tor unterbringen, aber kurze Zeit später war es Klausi zu bunt: Durch einen Doppelpack bescherte er uns beim entscheidenden Rückspiel den klaren 2:0-Sieg, den wir dann auf der Erfolgswelle schwimmend locker nach Hause spielten.



Faire Spiele ohne nennenswerte Verletzungen, Hotel vergessen, Urkunde und Big-Bottle als Abschiedspresent in Händen, aber natürlich auch abgekämpft, aber wiederum glücklich über unser gewonnenes Endspiel machten wir uns gemütlich auf die Rückreise.

Das Raucherduo im Audi vorne weg, unsere Frauenpower im Peugot-Roadster dahinter und wir (Klausi, Andreas und ich) als letzte - über das schöne Turnier schwellgend - fuhren wir gemeinsam zum MSC zurück, wo wir beim Happy dieses Turnierwochenende ausklingen ließen.

Haizuru

Autor(in): Robert Heiß - Eingestellt von: Max Grießl