Samstag, 4. Februar 2012

Pisa : Monaco – eine internationale Begegnung

Erstellt / Aktualisiert am: 15.06.2007

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Pisas Schönheit besteht nicht nur aus dem schiefen Turm, die Italiener spielen weit besser Hockey als gedacht und die medizinische Versorgung ist ausgezeichnet: Das ist das Fazit unseres Kurztrips (16./17 bis 20. Mai 2007) ins vermeintliche Hockey-Entwicklungsland Italien.

Und die Italiener können auch gut organisieren (vielen Dank an Daniele!). Die Hinfahrt in der Nacht im Zug im Sitzen – leider waren die Liegewagen ausgebucht – war zumindest für die Erwachsenen ziemlich anstrengend. Dagegen hatten die Kinder – in der Zeit, in der sie schliefen – wenig Probleme. Obwohl man die Sitze nicht zusammenschieben konnte, knäulten sie sich ineinander und teilten sich freundschaftlich die wenigen Decken.



Als wir in Pisa eintrafen, kam wieder Leben in alle. Die Sportsfreunde von CUS Italia standen schon mit mehreren Kleinbussen am Bahnhof und transferierten uns und unser Gepäck (drei Torwarttaschen!) zum Campingplatz.

Hier bezogen wir die schnuckeligen Bungalows, die Willi Felgentreff (vielen Dank für die gute Organisation der gesamten Reise!) für uns reserviert hatte.

 

Nach einer schnellen Fütterung der Raubtiere (28 Kinder/Jugendliche und vier Erwachsene) ging es ans Meer. Wenigstens einmal wollten wir in das noch ziemlich kalte Nass eintauchen und ein bisschen Sonnenbrand abholen. Abends gab es auf dem Sportgelände von CUS ein Willkommensmenü, zubereitet von italienischen Mammas, die uns auch in den darauf folgenden Tagen sehr gut bekochten.



Am nächsten Morgen stand Training mit Hermann bei CUS auf dem Plan. CUS ist das Universitäts-Sportgelände von Pisa, vergleichbar mit unserer ZHS. Dort gibt es außer einem Hockeyplatz auf internationalem Niveau (O-Ton Hermann) auch Fußball- und Volleyball-Plätze sowie Krafträume und eine Halle.

Nachmittags führte uns eine sehr engagierte deutschsprachige Reiseleiterin durch das Centro von Pisa, die sich alle Mühe gab, uns trotz der Hitze und der sichtbaren Zeichen von Müdigkeit die Schönheiten der Stadt nahe zu bringen: die Geschichte von Pisa in Zeiten der diversen Kriege zwischen den mächtigen Städten der Toskana, die Rolle als Handelsmetropole aufgrund der Nähe zum Meer, der wunderschöne Dom im Schatten des unvermeidlichen schiefen Turms und die diversen Etappen seiner Rettung.

Abends dann ein sportliches Highlight: die Spiele der Jungs und Mädels gegen die Italiener. Die Begegnung der Jungen-Mannschaften verloren unsere Spieler knapp. Allerdings hatten die Italiener in der Altersklasse der A-Jungen kein Team, so dass wir gegen die italienische B-Jugend antreten mussten. Auch wenn sich Germania tapfer gegen die körperliche Überlegenheit von Italia stemmte, musste sie schließlich der Tatsache Rechnung tragen, dass die Einheimischen im Schnitt einen Kopf größer und die Beine zehn Zentimeter länger waren.




Auch die Mädchen mussten sich gegen eine ältere Spielerklasse behaupten. Doch hier gab es kaum noch einen Größenunterschied zu unseren B-Jugend-Spielerinnen. Jedenfalls machten die Mädels (die beim Stadtrundgang fast im Stehen einschliefen, was bei den Betreuern (herzlichen Dank an Anette Mack und Friedel Frank) schon zu Prophezeiungen von zweistelligen Ergebniskatastrophen führte) bella figura und gewannen souverän nach einem hochklassigen Spiel.



Am nächsten Morgen war wieder Training angesagt. Um das Ganze aufzulockern, kam Hermann auf die Idee, auch die Erwachsenen antreten zu lassen: erst Fußball, dann Volleyball, dann Hockey waren angesagt. Einige von uns Großen hatten zum ersten Mal in ihrem Leben einen Hockeyschläger in der Hand – zumindest die Kinder hatten ihren Spaß.



Am Abend gab es ein weiteres kleines Turnier gegen die Italiener – diesmal mit gemischten Mannschaften. Dann ging es ab zum finalen Grillfest. Wir genossen einen romantischen Abend mit italienischer Musik, einem praktischerweise in einem Schubkarren lodernden Grillfeuer, leckeren Salsicce (Würstel), geröstetem Pane (Brot) sowie Eis mit Erdbeeren.

Übrigens trifft es  nicht zu, dass man aus italienischen Krankenhäusern kränker herauskommt, als man hineinkommt. Davon konnten wir uns bei zwei kleineren Zwischenfällen (natürlich bei den Jungs!) überzeugen: Das italienische Gesundheitssystem ist hochmodern, bietet einen ausgezeichneten Service – und kostet keinen Cent!

Am nächsten Tag traten wir die Heimreise an – diesmal Gott sei Dank tagsüber. Bis Innsbruck ging es flott dahin. Doch hier mussten wir – dem deutschen Buchungssystem mit seinen seltsamen Spartarifen sei Dank – in einen Bummelzug umsteigen. Obwohl wir nur fünf Minuten Übergang hatten, erwischten wir den Anschluss noch. Nach einer kleinen Krise bei den Erwachsenen (Betriebsunterbrechung wegen eines Defekts beim Triebwagen am Zirler Berg) erreichten wir mit etwas Verspätung, aber glücklich München.

Autor(in): Elwine Happ-Frank - Eingestellt von: Max Grießl