Samstag, 4. Februar 2012

Allgemeine Informationen rund ums Turnier

Hockey - was ist das für ein Sport ?

Spiele in denen ein Ball mit Stock oder Keule vorangetrieben wurde, waren schon vor 4500 Jahren in China und Ägypten bekannt. Nach der Zeitwende gab es solche Spiele unter anderem in Persien und Griechenland, ab 1200 auch in Frankreich und den Niederlanden.

Was wir heute als Hockey bezeichnen, wurde 1875 in England aus der Taufe gehoben, und zwar fast gleichzeitig für Männer- und Frauenmannschaften. Dort verbreitete sich das Spiel sehr schnell.

Zu uns kam Hockey erst gegen 1900; das erste Länderspiel fand 1910 in Frankfurt gegen eine englische Mannschaft statt, es ging 0:4 verloren. Bereits 1908 wurde Feldhockey olympische Disziplin der Männer. Damen spielen erst sei 1980 um olympische Medaillen.

Hockey ist ein Mannschaftssport, der nicht von vielen betrieben wird und daher allen Chancen bietet, die bei Fußball, Tennis oder auch Leichtathletik nur wenigen vorbehalten sind. Man muss weder besonders groß oder klein, stark oder schnell sein, um erfolgreich zu sein. Die jüngsten unserer Minis sind vier Jahre alt und können, wie Vorbilder im Verein bewiesen haben, ihr ganzes Leben und bis ins Alter von 80 Jahren aktiv spielen.

Zum Spielen braucht man einen Hockeyschläger und eine Kugel; beides haben wir im Verein zur genüge, so dass Du für Deine ersten Versuche außer guter Laune und Neugier am Spiel sowie einem Paar Turnschuhe und einer bequemen Trainingshose nichts besonderes mitbringen musst. Weil alle Kinder vor dem Schläger gleich sind, spielen bei den Minis die Mädchen und Jungen zusammen.

Gespielt wird mit einem Hockeystock, der zwischen 340 Gramm und 794 Gramm wieg. Hockeystöcke haben in der Regel eine Gesamtlänge von maximal 93 Zentimeter. Der Hockeystock ist auf einer Seite rund. Die Kugel darf aber nur mit der anderen, also der flachen Seite gespielt werden.

Der früher mit Leder überzogene Hockeyball heißt heute Hockeykugel und besitzt ein Gewicht von 156 bis 163 Gramm. Für das Minihockey werden Kugeln von ca. 80 Gramm verwendet. Die Kugel hat aber immer einen Umfang von 22,4 bis 23,5 Zentimeter.

Die Kugel ist durch einen Schuss innerhalb des Schusskreises in das 3,66 Meter breite und 2,14 Meter hohe Tor zu befördern. Dabei darf nur der Hockeystock verwendet werden, wie übrigens auch auf dem gesamten Spielfeld der Ball nur mit dem Stock gespielt werden darf.

Im Sommer sind wir draußen auf unserem Kunstrasenplatz an der frischen Luft. Im Winter verziehen wir uns wegen Kälte, Matsch und Schnee in die MSC-eigene Hockeyhalle. Dort lernen wir die Kunst wie man mit dem Schläger die Kugel stoppt, schlägt, unseren Mannschaftskameraden zuschiebt und unseren Gegnern wegschnappt.

Hockey ist eine der ganze wenigen Sportarten, die ausschließlich von Amateuren ausgeübt wird und somit auch nicht durch Geld verdorben ist. Obwohl Deutschland seit Jahren zur Weltspitze im Hockey gehört und unsere erfolgreichste Mannschaftssportart überhaupt ist, gibt es keinen Hockeyspieler, der mit seiner Kunst auch nur etwas Geld verdienen kann - von einzelnen Ausnahmen in der Werbung einmal abgesehen.

Welche Ausrüstung brauchen Minis? Sie, oder besser Ihr Mini, möchte beim MSC Hockey spielen. Muss das Kind etwas mitbringen, etwas besonderes anziehen? Müssen Sie ihm vorher etwas kaufen? Nein! Sportkleidung (Farbe und Art egal) für Ihr Kind haben Sie bestimmt zu Hause. Eine Trainingshose und ein paar feste Sportschuhe (keine Leinenschuhe) besitzt Ihr Mini sicherlich auch. Eine bestimmte Farbe oder Machart wird von uns für interne Spiele/Trainings nicht erwartet.

Einen Hockeyschläger bekommt Ihr Kind erst einmal vom Trainer zur Verfügung gestellt. Sollte Ihr Mini am Hockey Spaß finden (was wir natürlich hoffen), können Sie einen eigenen Schläger zu gegebener Zeit beschaffen. Kaufen Sie einen solchen nur selbst, wenn Sie auch genügend Erfahrung mit Hockeyschlägern haben. Ansonsten bieten wir Ihnen von der Größe her geeignete Stöcke an, zum anderen arbeiten wir mit guten Erfahrungen mit Sportgeschäften zusammen. Vorsicht: in einigen sogenannten Fachgeschäften werden eher Wurzeln als Sportgeräte verkauft.

Nach nur kurzer Zeit wird Ihr Mini einen Zettel mit nach Hause bringen oder die Betreuerin der Mannschaft wird Sie ansprechen, um Sie über den ersten richtigen Spieleinsatz zu informieren. Keine Sorge: auch die Spielkleidung ist leicht beschafft. Dazu gehört beim MSC ein weinrotes Hemd, eine dunkelgraue Hose bzw. Rock und weinrote Stutzen.

Kaufen Sie bei Gelegenheit Schienbeinschoner und einen Mundschutz. Auch wenn Hockey ein sehr fairer und ungefährlicher Sport ist, sollten Sie immer darauf achten, dass Ihr Mini auch beides immer trägt !

Und wenn ein Kind etwas Talent mitbringt, fleißig trainiert und den erforderlichen Ehrgeiz hat - etwas Glück gehört natürlich auch immer dazu - dann findet es sich vielleicht in einigen Jahren auf dem Foto der ersten Damen- oder Herrenmannschaft wieder.


Interview mit dem ehemaligen Hockeyvorstand Klaus Sender

Hallo Klaus, als ehemaliger Bundesligaspieler weißt Du ja wie man sich bei einem Turnier fühlt. Welche Freude dürfte für die Kids die größere sein, vorher oder nachher?

Klaus: Die Kinder fiebern auf ein solches Turnier hin, wie wir auf wichtige Ligaspiele früher. Ist das Turnier vorüber, denken sie gerne zurück - egal ob gewonnen oder verloren - und freuen sich, dass sie dabei waren; beim Zelten, beim Feiern, beim Jubeln und natürlich auch beim Schimpfen über den Gegenspieler oder den Schiri.

Gab es solche Turniere zu Deiner Zeit auch schon?

Klaus: Aber ja, noch viel mehr als heute. Wir veranstalteten damals auch Tennis-Hockey-Camps, Berg- und Skitouren. So etwas fördert den Teamgeist und schweißt eine Mannschaft zusammen. Nicht zu vergessen die Clubvergleiche, die hoffentlich nun wieder in Mode kommen. Wir tun unser bestes um das zu fördern.

Was ist im modernen Kinder- und Jugendhockey heute anders als zu Deiner Zeit?

Klaus: Es wird heute viel mehr und professioneller trainiert als früher. Der Spaß am Spiel und der Siegeswille haben sich aber nicht verändert. Das Spiel ist insbesondere wegen dem Kunstrasen heute viel schneller als früher.

Warum ist Hockey kein Breitensport - sind die Regeln zu kompliziert? Ist der Umgang mit Ball und Schläger so schwierig?

Klaus: Wenn man etwas Übung hat, ist das eigentlich ganz einfach. Auch die Regeln sind ja heute wesentlich einfacher als früher. Die Anzahl der Kinder, die auf der Straße Hockey spielen ist schon alleine deshalb geringer, weil man dazu mehr braucht als nur einen Ball. Der Hockeystock liegt halt nicht in jedem Haushalt. Leider fördern die Medien diesen Sport auch nicht entsprechend. Wir hoffen, dass sich dies mit der kommenden eingleisigen Bundesliga dann zum Positiven ändert.

Viele Laien meinen, dass Hockey eine sehr verletzungsanfällige Sportart sei. Ist dem so?

Klaus: Ganz klares nein; ich spiele nun seit 52 Jahren Hockey. In dieser Zeit habe ich mir nur eine Verletzung zugezogen, an der Augenbraue. Verglichen mit Roller- und Radfahren ist das eine sehr sichere Freizeitaktivität.

Worin bestehen beim MSC in den nächsten Jahren die größten Herausforderungen?

Klaus: Das hohe spielerische Potential das der Verein sowohl im Damen- als auch im Herrenbereich hat besser zu vermarkten. Wie überall spielt bei uns das Geld auch die maßgebliche Rolle. Wir haben leider in den vergangenen Jahren den einen oder anderen Sponsor verloren, da alle Firmen knapper haushalten müssen. Hier gilt es die Vorteile die man als Sponsor aus dem Hockeysport ziehen kann, deutlicher zu machen und in einer Partnerschaft gemeinsam die Zukunft zu gestalten. Wir haben einige langjährig Erfahrene und viele junge Nachwuchsleute in ehrenamtlichen Tätigkeiten. Diese Mischung muss noch effizienter genutzt werden.

Klaus, vielen Dank für diese Informationen. Ich bin sicher, dass Du Dich schon lange vor dem Turnier auf die Siegerehrung freust, bei der Du nicht nur Pokale verteilen darfst sondern auch jedem Kind eine Medaille als Erinnerung umhängst.


Interview mit einem ehemaligen Nationalspieler Peter Caninenberg, ehemaliger Nationalspieler mit 136 Länderspielen

Hallo Peter, bist Du mit Deinem in der Szene bekannten Namen auch ein Bekannter für unsere jungen Gäste und Nachwuchsspieler?

Peter: Namen sind Schall und Rauch. Den Älteren sagt mein Name evtl. noch etwas, den Jungen wahrscheinlich nichts mehr. Das ist doch auch nicht wichtig; viel wichtiger ist, dass der Verein heute aktive Spieler und Trainer hat, die zum einen Vorbild für den Nachwuchs sind und zum anderen den MSC auch außerhalb des Vereins durch gute Leistung und faires Verhalten vertreten.

Du hast einmal gesagt, dass Du nun dem Verein das zurückgeben möchtest, was Dir der Verein zu Deiner aktiven Zeit gegeben hat. Wie sieht dieses Zurückgeben aus?

Peter: In meiner Jugend war der MSC meine zweite Heimat. Kaum ein Tag, an dem ich nicht auf dem Hockeyplatz war. Jetzt, wo der Verein ehrenamtliche Helfer braucht, stehe ich gerne zur Verfügung. Derzeit als Vorstand im Förderkreis Jugendhockey, der maßgeblich die Finanzierbarkeit der Nachwuchsarbeit sicherstellen soll.

Wie wichtig sind Betreuer bei einem solchen Turnier?

Peter: Gerade die kleineren Kinder brauchen jemanden, der sie motiviert, der auf sie eingeht und vor dem sie einen gewissen sportlichen Respekt haben. In der Regel kann das von den Betreuern besser geleistet werden als von den eigenen Eltern. Daher spielen die Betreuer eine bedeutende Rolle bei solchen Turnieren.

In den letzten Jahren ist aufgefallen, dass die Nachwuchsschiedsrichter von übermotivierten Eltern und Betreuern ab und zu arg beschimpft wurden. Wie kann man das zukünftig verhindern?

Peter: Hockey sollte in dieser Altersstufe noch spielerisch betrieben werden. Das ist das, was die Kinder sich wünschen. Insbesondere manche Eltern erwarten hier zu viel von den Kindern. Verhindern kann man das nur, indem sich jeder an der eigenen Nase packt und auch bei schlechteren Spielen und Ergebnissen damit zufrieden ist, Mitglied einer Mannschaft zu sein, die Freude am gemeinschaftlichen Erleben von Sieg und gegenseitigen Trost in der Niederlage hat.

Was ist heute im Training, Spielbetrieb und dem Mannschaftsgefüge anders als früher?

Peter: Der Sport ist schneller geworden, das äußert sich sowohl im anspruchsvolleren und ausgereifteren Trainingsprogramm als auch an den Spieltagen. Das Mannschaftsgefüge ist wohl noch so wie früher. Es gibt einzelne die die Gruppe mitreißen und Ruhigere, die sich integrieren und den Mannschaftsgeist genießen. Allerdings soll nicht verschwiegen werden, dass leider zunehmend der Hockeyplatz mit einem Aufbewahrungsort für den Nachwuchs verwechselt wird. Manche Eltern zeigen schon sehr wenig Identifikation mit dem was der Sprössling oder die Tochter hier tut. Eigentlich sehr schade.

Peter, vielen Dank für das Interview und ich wünsche Dir und dem Förderkreis viel Erfolg bei Eurer wichtigen Aufgabe.