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Der MSC ist Europacup-Sieger!

Erstellt / Aktualisiert am: 23.02.2004


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Aus der SZ vom 23.02.2004

Triumph in Espinho

Hallenhockey-Bundesligist Münchner SC gewinnt in Portugal den Europapokal der Landesmeister

Es war in der Halbzeitpause, in der Hockeyhalle in Espinho (Portugal), als MSC-Trainer Martin Schultze langsam an den Erfolg zu glauben begann. 5:2 stand es zu diesem Zeitpunkt, der überragende Christopher Zeller hatte seinem Team einen kleinen Vorsprung verschafft. Doch dann wechselte der HC Lille früh den Torwart aus, agierte mit sechs Feldspielern, „und das Spiel war nahe dran, jeden Moment zu kippen". Doch kurz nach 18 Uhr Ortszeit stand es fest: Der Münchner Sportclub (MSC) hat den Europapokal der Landesmeister gewonnen, mit einem 7:3 gegen Lille, im Finale des wichtigsten europäischen Hallenhockey-Turniers.

Überragende Nationalspieler

Zum Beginn des Saisonhöhepunkts war Schultze noch nervös am Spielfeldrand gestanden. Die Tore fielen in schneller Abfolge. Immer abwechselnd: rechts, links, rechts, links. Das 1:0 durch Lars Michel in der vierten Minute – der Ausgleich nur eine Minute später. Das 2:1 durch Simon Alzner in der siebten Minute – der Ausgleich nur eine Minute später. „Die ganze Mannschaft hat dann aber sensationelles Hallenhockey gespielt", sagte Schultze, „allen voran unsere beiden Nationalspieler". Der HC Lille galt zwar als spielstärkstes Team im Europacup, doch mit Björn Michel und Christopher Zeller war die Münchner Offensive so stark besetzt, „dass das Ergebnis am Ende sogar ziemlich deutlich ausgefallen ist".

Der MSC war zwar ebenfalls als Favorit gehandelt worden, fast schon zwangsläufig, denn was für Olympische Spiele und Weltmeisterschaften gilt, prägt auch im Vereinssport die Prognosen: Deutsche Hockey-Mannschaften zählen immer zum Favoritenkreis, so regelmäßig sind ihre internationalen Erfolge. Doch in den letzten Jahren hatten Teams aus Polen, der Schweiz und Spanien den Landesmeister-Titel gewonnen. Zudem war das Turnier für den MSC nach dem Gewinn des ersten deutschen Meistertitels 2002/2003 die Premiere in einem internationalen Wettbewerb. Das Ziel lautete deshalb, das Halbfinale zu erreichen. „Alles andere", glaubte Schultze, „wird ganz, ganz schwer."

Sie hatten sich Sorgen gemacht beim MSC, der typischen Probleme wegen, die immer dann auftreten, wenn eine Saison ihrem Höhepunkt zusteuert. Vor der Abreise nach Portugal musste Schultze ziemlich lange überlegen, um die Liste der Verletzten und Angeschlagenen, der schlecht Vorbereiteten und der Wackelkandidaten komplett zu kriegen. Sven Michel mit gebrochenem Finger. Lars Michel mit Knieproblemen. Niko Duda gesundheitlich angeschlagen. Die zwei Nationalspieler mitten in der Vorbereitung auf das olympische Feldhockey-Turnier.

Nervöser Turnierstart

Kurz vor dem Finale dagegen musste Schultze sogar ein bisschen nachdenken, wer ihm eigentlich nicht zur Verfügung steht. Außer Benedikt Sperling, der in München geblieben war, hatten sich alle Akteure als voll einsatzfähig erwiesen. Nur am Anfang des Turniers war der Mannschaft die Nervosität anzumerken. Man spielt befreiter auf, wenn man Erfolge in Selbstvertrauen eintauschen kann, in jeder Sportart ist das so, auch im Hallenhockey. Doch der deutsche Meistertitel, der den MSC zur Teilnahme in Espinho berechtigte, liegt nun schon wieder über ein Jahr zurück. Präsenter war da noch die gescheiterte Titelverteidigung Anfang des Monats in Limburg. Eine unsortierte MSC-Mannschaft hatte beide Spiele verloren, „das hatten wir natürlich im Hinterkopf".

Das erste Gruppenspiel am Freitag war somit symptomatisch für diese Verunsicherung. Orient Ligby, der dänische Vertreter im Feld, galt als leichter Auftaktgegner. Doch kurz vor Schluss geriet der MSC derart unter Druck, dass nur Torhüter Max Weinhold und eine Unterzahl der Dänen das 5:5 über die Zeit retteten. „Wir haben unsere Chancen nicht konsequent genutzt und hätten das Spiel um ein Haar noch verloren", sagte Schultze. Doch schon gegen den spanischen Meister CD Universidad dominierte der MSC, die konsequente Defensive ließ nur zwei Gegentore zu, das Spiel endete 7:2. Im letzten Gruppenspiel war dann schon einmal der HC Lille der Gegner. Das 5:1 war zwar „für den Spielverlauf eigentlich zu hoch", doch spätestens nach diesem Ergebnis trug der MSC seine Favoritenrolle zu Recht. Das Halbfinale gegen den Gastgeber AA Espinho gewann Schultzes Team 7:1.

Für den MSC ist der Europapokal der erste internationale Titel. „Das ist der größte Erfolg der Vereinsgeschichte", sagte Schultze, „ein unbeschreibliches Gefühl."

Autor: Claudio Catuogno - Eingestellt von: Patrick Meyer

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