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Bericht der WJB von der Deutschen Endrunde in Böblingen am 20./21.02.2010

Erstellt / Aktualisiert am: 28.02.2010


Nachdem die WJB zwei Wochen zuvor Süddeutscher Vizemeister in Mannheim geworden war, hatte man das Ticket zur Deutschen Endrunde in Böblingen gelöst. Die Auslosung für den MSC als „Süd 2“ zusammen mit Schwarz-Weiß Neuss, Alster und UHC bildete die   vermeintlich leichtere Gruppe. In der anderen Gruppe, im Fußball würde man von einer  "Todesgruppe" sprechen, standen Rüsselsheim, Mannheim, Raffelberg und der BHC. Das Spektrum der Erwartungen war von daher ganz unterschiedlich. Für Olli war der Meistertitel schon an den MSC vergeben. Andere waren da wieder etwas zurückhaltender und Claas wusste ja auch nicht genau, wie er seine "Wundertüten" einordnen sollte. Kürzlich war man mit einer unterirdischen Leistung gegen Schwabach noch Dritter bei der Bayerischen Meisterschaft gewesen, dann allerdings zweiter bei der Süddeutschen. Wenn es so weitergehen sollte, waren die höchsten Erwartungen gerechtfertigt. Aber Spaß beiseite, bei solchen Meisterschaften ist alles möglich, da wird man auch ganz schnell an das Tabellenende durchgereicht, wie das beispielsweise dem Club an der Alster passiert ist.

So starteten 11 Spielerinnen, 2 Trainer für die Taktik, 1 Mentalcouch für die Psyche, 1 Betreuerin für Essen und Taschentücher und 1 Videoman das Unternehmen Deutsche Meisterschaft bereits am Freitag Mittag, um auch wirklich alles für ein entspanntes Ankommen und ein letztes Abschlusstraining zu tun. Die Planung war nach Schwierigkeiten mit der Übernahme des Mietfahrzeugs und einer verkehrsreichen Fahrt auf der A8 trotz ausreichender Zeitreserven schließlich nur noch Makulatur. Erst eine halbe Stunde nach dem für 16.00 Uhr vorgesehenem Trainingsbeginn kam man in der Halle an. Das Abschlusstraining war daher etwas kürzer. Im Hotel folgten ein Sportleressen, Video, und die offizielle Begrüßung durch Verein, Stadt und DHB.

Am nächsten Morgen ging es mit dem Spiel gegen den amtierenden Hallenmeister Neuss los. Auf dem Papier eine klare Sache. Einige Eltern, die inzwischen angereist waren, konnten sich allerdings noch gut an die Deutsche Endrunde der Mädchen A in Pinneberg im Jahr 2008 erinnern. Damals hatte diese Mannschaft gegen Neuss im letzen Gruppenspiel mit 6 : 1 gewonnen. Und bei der Süddeutschen hatte man schließlich auch im ersten Spiel den Favoriten Rüsselsheim geschlagen. Würde man also wieder konzentriert zur Sache gehen, war vieles möglich.

Das Spiel wurde mit 2 : 1 nicht unverdient gewonnen. Die erste Turnierüberraschung war damit perfekt. Nach dem Gewinn auch des zweiten Spiels gegen Alster (5 : 2) stand man im Halbfinale, ohne dass es auf das dritte Gruppenspiel gegen den UHC noch ankam.

Samstag Abend begann dann langsam die Aufregung zu steigen. Was würde der nächste Tag bringen und vor allem, wer würde der Gegner sein. Während der MSC schon im Hotel war, spielten die Teams von Rüsselsheim und Raffelberg um die ersten beiden Plätze in ihrer Gruppe. Dieses Spiel ging unentschieden aus. Damit war Raffelberg aufgrund des schlechteren Torverhältnisses nur Zweiter. Böse Zungen behaupten, dass Raffelberg dies nicht ungelegen kam. So traf man auf den MSC als Gruppenersten, den man zwei Jahre zuvor im damaligen Finale klar besiegt hatte. So war es dann auch, Raffelberg und MSC bestritten das 1. Halbfinale, allerdings mit MSC als Sieger.

Das Spiel war von beiden Seiten hochklassig. Es war extrem schnell und es ging hin und her. Der MSC begegnete der spielerischen Klasse der Raffelberger durch gekonntes Passspiel und individuelles Können. Nach einem Doppelschlag zur 2: 0 Führung musste der MSC zwischenzeitlich einen 2 : 3 Rückstand hinnehmen. Aber die Mannschaft gab nicht auf und traf noch zweimal. Im wahrscheinlich mit Abstand besten Spiel der ganzen Endrunde hat der MSC im entscheidenden Zeitpunkt seine volle Leistung abgerufen und verdient gegen einen sehr guten Gegner gewonnen. Selbst Hanni, sonst durchaus kritisch, war voll des Lobes über diese Leistung, bevor er den Entstand telefonisch an das in München weilende Präsidium meldete. Auch der U-18-Bundestrainer Valentin Altenburg schloss sich diesem fachkundigen Urteil an und sollte dieses extrem spannende Spiel später wie folgt kommentieren: „Raffelberg hat München nie richtig unter Kontrolle gekriegt. Letztlich war es ein verdienter Sieg für den MSC, der nach dem 2:3 noch einmal toll zurückkam. Ich fand die Schiedsrichterleistung fantastisch. Sie haben durch viel Vorteil das Spieltempo zugelassen“.

Der MSC war damit im Finale. Für Valentin Altenburg kam das nicht überraschend. Er hatte vor dem Turnier gegenüber der Böblinger Lokalpresse eine Prognose über die wahrscheinlichen vier Vorschlussrundenteilnehmer abgegeben: „Mein Tipp: Raffelberg, Rüsselsheim, Neuss und München kommen ins Halbfinale.“ Der Bundestrainer sollte recht behalten.

Am Sonntag Mittag war die Halle mit ca. 400 Zuschauern vollbesetzt. Nach dem Spiel um Platz 3 begann mit etwas Verspätung die Finalzeremonie. Von Licht- und Musikeffekten begleitet, marschierten die Spielerinnen durch ein Spalier von Hockeykindern ein, stellten sich auf und wurden einzeln vorgestellt. Das Gänsehautfeeling setzte spätestes ein, als der Hallensprecher anfügte: "Meine Damen und Herren, bitte erheben Sie sich von Ihren Plätzen, es wird die  deutsche Nationalhymne gespielt.“ Ein bewegender Moment für alle in der Halle und die mitgereisten MSCler. Wer jetzt unberührt blieb oder die Kamera noch ruhig halten konnte, dem war nicht mehr zu helfen. Die Mädels genossen diese Situation und hörten Arm in Arm die Nationalhymne und das vor vollbesetzten Rängen.



Neuss war zu Beginn überlegen, konnte daraus aber kein Kapital schlagen. Im Gegensatz dazu nutze der MSC seine Chancen und führte etwas überraschend mit 2:0. Doch Neuss agierte weiter konzentriert und sehr entschlossen. Zur Pause stand es nach dem Anschlusstreffer 2 : 1 für den MSC. In der zweiten Hälfte verschärfte Neuss noch einmal das Tempo und führte schließlich mit 3:2. Doch der MSC gab nicht auf und konnte nach einer Ecke den Ausgleich zum 3:3 erzielen.

Es waren dann nur noch wenige Minuten zu spielen. Kurzfristig stand der MSC aufgrund einer grünen Karte für den "übermotivierten Trainer" mit nur 4 Spielerinnen auf dem Parkett. Trotz dieser schwierigen Situation erarbeitete sich die Mannschaft in dieser Phase des Spiels noch zwei Ecken und eine weitere gefährliche Torraumszene. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn eine dieser Chancen wenige Sekunden vor dem Spielende zum Erfolg geführt hätte.

In der Verlängerung gab schließlich die bessere Kondition von Neuss und die Treffer ihrer herausragenden Spielerinnen den Ausschlag für den 6 : 3 Sieg, der allerdings nicht exakt wiedergibt, wie lange auch dieses tolle Spiel auf des Messers Schneide stand und genauso gut mit dem besseren Ende für den MSC hätte ausgehen können.



Bei einer Endrunde als Zweiter abzuschneiden und Clubs wie Raffelberg, Rüsselsheim und Mannheim hinter sich zu lassen, war und ist ein toller Erfolg. Nächstes Jahr fehlt dann wirklich nur noch der Wimpel. Nicht vergessen werden sollte, dass mit Saskia Ammer, Elisabeth Kirschbaum und Stefanie Schneid drei MSC- Spielerinnen in das Allstar-Team gewählt und vom U-18 Bundestrainer Valentin Altenburg ausgezeichnet wurden.
Alles in allem ein super Hockey-Wochenende, an dem einfach alles gepasst hat. Für den tollen Empfang am Sonntag Abend im Clubhaus vielen Dank!

Autor: Rüdiger Dorner - Eingestellt von: Max Grießl

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