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Bayerische Meisterschaften MJB am 29./30.09.2012 in Nürnberg

Erstellt / Aktualisiert am: 09.10.2012


Es sollte kein einfaches Wochenende werden, das war allen Beteiligten bewusst, sondern eines mit Hindernissen.  Und es wurde ein Wochenende mit Hindernissen, erwarteten und unerwarteten.
Es ging bereits auf der Anfahrt los. O. k., die Baustelle kannte man, laut Navi stockender Verkehr mit 1 Minute Verzögerung. Aber es gab einen Unfall und Polizei, die mitten auf der Spur parkte.  Aus der einen Minute wurden 20, vorausgesetzt man hatte die rechte Spur genommen, was die meisten taten. Einer nahm die linke, der kam eine gute Stunde später.
Trotzdem verlief die Vorbereitung vor Ort auf dem Gelände des NHTC problemlos. Der neue Trainer Christoph Elste hatte ein klares Programm vorgegeben.  Schließlich wartete im Halbfinale das größte erwartete Hindernis:  der gefürchtete Lokalrivale HLC Rot-Weiß München. 

Um Punkt 14 Uhr stand der MSC in einer Reihe an der Mittellinie, während sich Rot-Weiß noch gechillt einspielte. Sie hatten vor dem Spiel, das !!nicht so wichtig!! war, ein bisschen getrödelt. Als es dann endlich losging, war schnell klar, dass sich die MSC-Jungs deutlich besser verkaufen würden als letztes Jahr im Halbfinale und vor ein paar Wochen in der Vorrunde. Christoph Elste hatte die Mannschaft umgestellt,  stärker defensiv ausgerichtet und das Konzept ging zunächst auf. Die Rotweißen fanden keinen rechten Ansatzpunkt für ihre ansonsten brachialen Angriffe, während der MSC mit klugen und gefühlvollen Diagonalschlenzern die Außenverteidiger oder Mittelfeldleute nach vorne schickte. Lange hielt das 0:0, dann passierte es doch: eine verunglückte Ecke, ein schneller Konter und die Graswegler gingen in Führung. 

Die Jungs in bordeauxrot, die in dieser Jahrgangskonstellation zum ersten Mal eine bayerische Endrunde erreicht hatten, ließen sich nicht entmutigen und kämpften tapfer weiter.
Nicht zufrieden war der MSC mit einigen Schiedsrichterentscheidungen. Aus unserer Sicht gab es unberechtigte Ecken, Vorteile wurden abgepfiffen, richtige Entscheidungen eines Schiedsrichters wurden vom anderen revidiert, Fouls auf der falschen Seite gesehen und und und ... Trauriger Höhepunkt waren die beiden Karten gegen unsere Jungs. Einmal gab es grün weil, ein Ball zu hoch angenommen hatte, ziemlich genau in der gleichen Art, wie es rotweiße Spieler mehrfach zuvor praktiziert hatten und nicht belangt wurden. Und es gab gelb, weil ein MSC-Stürmer, zweifellos einer der fairsten auf dem Feld, an seinem Gegner, ohne ihn zu berühren vorbeilief, während der auf dem schlechtesten Kunstrasen Bayerns ausrutschte.


Auf diese Weise entmutigt, war für unsere Jungs nichts mehr zu holen. Hoffte man nach dem 3:0 zur Halbzeit noch auf ein halbwegs respektables Ergebnis, sah man sich am Ende doch einem enttäuschenden 8:1 für den HLC gegenüber. Ein Ergebnis, das den tatsächlichen Kräfteverhältnissen nicht gerecht wurde und unter anderen Umständen nicht zustande gekommen wäre. Trotzdem war Rot-Weiß insgesamt die bessere Mannschaft und der Sieg natürlich verdient.
Trotz alledem ging der Abend im bereits bewährten Tucherbräu  sehr angenehm zu Ende. Die Spieler hatten sich schnell wieder gefangen und waren guter Dinge. Das kleine Grüppchen aus Trainer, Betreuerinnen und Eltern ließ sich fränkische Kost schmecken und das Mahl vom Geist der Schlehe abrunden (der allerdings von den anwesenden Medizinern verweigert wurde) und führte wunderbare Unterhaltungen, in denen kuriose Schiedsrichterleistungen, schillernde Figuren der bayerischen Hockeyszene, Art & Business Hotels, semantische Betrachtungen und Schilderungen von rauschenden Literatenabenden in Wien eine Rolle spielten. Alle zusammen gingen zeitig und nüchtern zu Bett.
Am Sonntag sollte zumindest der dritte Platz gegen den Turnerbund aus Erlangen erreicht werden.  Die Erlanger verkauften sich im zweiten Halbfinale gegen den gastgebenden NHTC zumindest in der ersten Halbzeit nicht schlecht, bevor sie dann doch untergingen. Man war also gewarnt.

Der MSC begann stark und dominierte große Teile des Spiels nach Belieben. Der starken Abwehr und dem dynamischen Mittelfeld hatte der Turnerbund nichts entgegenzusetzen (O-Ton Elste: "... gefühlte 80% Ballbesitz ..."). Einzig und allein die Tore blieben aus und das, obwohl es dicke Chancen en masse gab. Eine derartige Ladehemmung muss man zu den unerwarteten Hindernissen zählen. Das 0:0 zur Pause war enttäuschend, es hätte 4:0 oder 5:0 heißen müssen! In der Regel büßt man für seine vergebenen Chancen. So auch hier. Mitte der zweiten Hälfte, als die Kräfte der Bordeauxroten etwas nachließen, kam Erlangen zu ersten Chancen. Irgendwann war auch eine Ecke dabei, die dann auch noch kurioserweise im Tor landete. Der MSC mobilisierte noch mal seine Kräfte und fing sich ein weiteres Gegentor ein. Eine erfolgreiche Ecke gegen Ende Spielzeit brachte nur noch Ergebniskorrektur. Die Turner gewannen 2:1 und wurden Dritter. Die beiden jugendlichen Schiedsrichter lieferten eine ordentliche Leistung ab.
Was bleibt von diesem Wochenende mit Schatten und Licht? Mit Sicherheit wurde die MJB des Sportclubs zwei mal unter Wert geschlagen. Eine Niederlage fiel zu hoch aus, eine hätte nie und nimmer sein dürfen. Auf der anderen Seite lässt die neue taktische Ausrichtung von Christoph Elste Hoffnungen auf eine bessere Zukunft zu. Und es bleibt die Erinnerung an einen wunderbar unterhaltsamen Abend im Tucherbräu ...

Autor: Christopher Breu - Eingestellt von: André Schriever

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