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GEPLATZTER TRAUM

Erstellt / Aktualisiert am: 29.10.2013


„Lebbe geht wieder!“,„Es hat nicht sollen sein!“ - was helfen denn all' diese Sprüche, wenn man weiß, dass man so dicht an der Erfüllung eines Traums vorbei gerutscht ist: der Teilnahme an der Endrunde der Deutschen Meisterschaft.

Ein Meer aus Tränen ergoss sich nach Abpfiff auf dem Kunstrasen der Eberwurzstraße - wenige Stunden später heulte auch noch der Himmel mit. Nach einem anfangs so sonnigen Wochenende, setzte der Regen ein.

Am Samstag, den 19. Oktober war die Welt der Mädchen A noch in Ordnung: herrliche Oktobersonne, konzentriertes Einlaufen und Einspielen, gute Stimmung im Team. Die MSC-Mädels hatten sich vor heimischen Publikum vorgenommen zu zeigen, was sie drauf haben und standen im ersten Zwischenrundenspiel dem Vize-Meister aus Baden-Württemberg, dem SSV Ulm gegenüber.

„Zum Auftakt der Zwischenrunde der Deutschen Meisterschaft bei den Mädchen A, Gruppe D, besiegt der Münchner SC den SSV Ulm 1846 verdient mit 1:0 (1:0). Den Treffer erzielte die auffällige Anna S. in der 27. Minute aus dem Spiel heraus. Die Münchnerinnen dominierten die Begegnung 45 Minuten lang, die Gäste aus Ulm kamen dabei nur selten aus ihrer eigenen Spielhälfte. In der letzten Viertelstunde wurde der SVV 1846 dann mutiger und besaß Chancen zum Ausgleichstreffer. Mit etwas Glück überstand der MSC diese kurze Schwächephase.“ (Spielbericht von Thommy Niklaus für hockey.de)

Es sei ihr schlechtestes Spiel in der Saison gewesen kommentierten die MSC-Spielerinnen nach dem Ende der Partie ihren Auftritt. Allen war klar, dass das gegen den Sieger des zweiten Zwischenrundenspiels RTHC Leverkusen nicht reichen würde. Die Titelverteidigerinnen bei den Mädchen A und Drittplatzierten aus dem Westen fuhren mit einem 4:1 einen stets ungefährdeten Sieg gegen den ATV Leipzig ein.

Für den Sonntag hatte man sich nun einiges mehr vorgenommen, schließlich hatten die ersten Damen ihr Kommen angekündigt und da wollten die Mädchen A doch einiges mehr bieten. Kim Platten gab den Finalistinnen noch einige ermunternde Worte mit auf den Weg, Kapitänin Hannah Krüger und ihr Team bauten sich an der Seitenlinie auf und reihten sich in die weinrot-graue Fanwand ein. Der Club der Ehemaligen verfolgte das Spiel von den Biergarten-Plätzen aus. André Schriever ließ es sich nicht nehmen, den Stadionsprecher zu geben - alles in allem eine Stimmung, besser als bei manchem Bundesligaspiel.

Mit dem Anpfiff begann ein druckvolles Spiel auf beiden Seiten mit leichten Vorteilen für die Leverkusenerinnen, die sich erste Chancen erspielten. Den Mädchen A gelang es aber, in der ersten Hälfte die Partie recht ausgeglichen zu gestalten. Doch die MSC-Mädels wollten in diesem Spiel noch eine Schippe drauflegen.

Wenn die Leverkusenerinnen in der Breite technisch weiter waren, so überzeugten die Mädchen A des MSC vor allem mit einer kämpferisch und läuferisch besseren Leistung und waren in der zweiten Halbzeit die deutlich druckvollere Mannschaft.

Schlag mit der argentinischen Rückhand von Clara ins Tor - die Kugel war wohl knapp außerhalb des Schusskreises. Das Tor wurde nicht gegeben - laute Diskussionen am Spielfeldrand. Pfostenschuss von Anna S. - sie war es auch, die in eine MSC-Flanke noch reinrutschte und knapp verfehlte.

Einige hochkarätige Chancen wurden vergeben, so dass es nach 60 Minuten regulärer Spielzeit und mit einem 0:0 sofort ins Siebenmeterschießen ging.

Auch wenn die Hände zitterten, war man doch optimistisch. Schließlich wurde die Zwischenrunde zur Bayerischen Meisterschaft gegen den ASV schon im Siebenmeterschießen gewonnen und das anschließende Halbfinale auf dem Weg zum Landestitel gegen den TuS Obermenzing ebenso.

Der Titelverteidiger ging gegen den MSC mit einem platzierten Schlenzer in Führung. Franzi Di. machte sich bereit. Die stets sichere Siebenmeter-Schützin traf, Team und Kulisse jubelten - der Schiedsrichter gab das Tor jedoch nicht. Sie habe den Ball gezogen, ein harte, aber wohl richtige Entscheidung, die die MSC-Mädels auf die Schnelle nicht verarbeiten konnten: Mareike verzog, Noemi traf den Pfosten, Janne verschoss knapp. Auch wenn der RTHC einmal verschoss und Torfrau Amelie mit einer Glanzparade mit dem Schläger retten konnte, reichte es nicht.

0:2 - aus und vorbei! Das „Finale dahoam“ war verloren. Die Traurigkeit kannte keine Grenzen.

Nur unter Tränen nahm man die stehenden Ovationen der Bundesliga-Damen wahr, die das Team dennoch feierten.

Ein Spiel über das man im Club noch Tage danach viel geredet hat. Jetzt müssen nur noch die Mädchen A realisieren, welch großartige Leistung sie trotz schmerzhafter Niederlage auf dem Platz erbracht haben: sie zählen zu den acht besten Teams in ihrer Altersklasse.

Wie gut die MSC-Mädels letztlich gewesen sind, zeigt auch das Ergebnis des Endspiels um die deutsche Meisterschaft. Dort standen sich der RTHC Leverkusen und der Club an der Alster gegenüber. Deutscher Meister wurden die Mädchen A aus der Hansestadt. Nach der zweiten Halbzeit stand es im Finale 0:0 - das Spiel wurde im Siebenmeterschießen entschieden. Irgendwie kam es einem bekannt vor...

Autor: Hanna Ommert - Eingestellt von: Patrick Meyer

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