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Damen: Talsohle durchschritten?!

Erstellt / Aktualisiert am: 16.10.2013


Ich muss gestehen, dass mir für die letzten Spielberichte ein wenig die Worte gefehlt hatten. Eine gewisse Schreibunlust hatte mich befallen, denn Frust killt Muse und Muse braucht man, um einen Text mit einem Mindestmaß an Anspruch zu verfassen.

Wie man vielleicht aus gewohnten Quellen erfahren hat, liegen grausame Wochenenden  hinter den 1. Damen. Der bereits nach dem BHC-Spiel orakelte Abwärtstrend hatte sich mit voller Wucht bewahrheitet. Vor heimischem Publikum manövrierte man sich auf das Dilettantischste durch das Spiel gegen Klipper, indem man, wie bereits die Spiele davor, stark begann um dann ebenso stark wieder abzubauen. Am Ende stand ein, zu jedem Zeitpunkt  gefährdetes Unentschieden zu Buche, das Spieler, Trainer und Zuschauer vor Ratlosigkeit und die Frage stellte: Was ist da los? In den Gesichtern der Spieler war von Wut bis Resignation alles zu lesen, denn den Grund für die konstant schwache Leistung lag nicht auf der Hand, sondern steckte in vielen kleinen Details.

Nur zu gern würde ich das darauffolgende Desaster gegen Alster einfach unterschlagen, aber das wäre ja doch feige: 1:6 wurden wir von unserer Anlage geschossen, so schlimm hatte ich persönlich  lange, lange, lange nicht mehr auf die Mütze bekommen. Gedemütigt, deklassiert, demontiert. Mehr gibt’s dazu nicht von meiner Seite.

Doch wenn man glaubt es geht nicht mehr (schlimmer) dann kommt von irgendwo ein Spiel gegen den HTHC her. Ein Bigpoint-Spiel, genauso wie das Spiel gegen Klipper eines war. Punkte die man holen MUSS, um oben mit dabei zu sein.

Das Spiel gestaltete sich einseitig, wir begannen stark und gingen in Führung, wurden dann in der zweiten Hälfte unruhig und schludrig, kassierten durch eine Ecke aus dem nichts den Ausgleich und hatten absolut keinen Plan wie man 10 Minuten vor Schluss eventuell noch ein Tor machen könnte. Nur Einzelaktionen, ineffektives Offensivspiel und Planlosigkeit. Am Schluss wieder nur ein Punkt, der auch gut eine Nullnummer hätte werden können, so zuvorkommend wie wir die Hamburger zurück ins Spiel einluden. Ich persönlich hatte allen Mut verloren, dass wir jemals wieder in unser gewohntes Spiel und zu unseren gewohnten Tugenden zurückkehren würden.


Glücklicherweise gibt es dafür ja nervenstärkere Spielerinnen, die immer wieder an den Optimismus und die Anpack-Mentalitäten eines jeden appellieren. Der Abend wurde zur teamgesteuerten Fehleranalyse und deckte die Stärken und Schwächen schonungslos auf. Leider wartete ja am Sonntag nicht irgendein Spiel, sondern das Spiel gegen Branchenkrösus UHC. Ein Spiel was man nicht gewinnen-, aber konzentriert angehen muss, um nicht abgeschlachtet zu werden.

Um das Fazit schon einmal vorweg zu nehmen: Wenn mich nicht alles täuscht, war dieses Spiel das Schlüsselspiel, das Umkehrspiel.

Wir schafften es fast die komplette Spielzeit über, unsere ganze MSC-Präsenz aus früheren Zeiten auf den Platz zu bringen. Aggressiv, kämpferisch, einsatzfreudig und konzentriert. UHC konnte dem wenig entgegensetzen und wir kamen zu vielen gefährlichen Aktionen, sowie einer Ecke die Hannah verwandelte, so wie in früheren Zeiten. Erst nach der Halbzeit stellte uns der UHC vor taktische Probleme mit einem Ultimativ-Pressing, welches leider zum Ausgleich und kurz vor Schluss zum Siegtreffer führte. Trotzdem hatten wir als Kollektiv stark gearbeitet und konnten am Ende gegen die Top-Individualisten nicht mehr viel ausrichten. Trotzdem war nach diesem Spiel die Befriedigung wieder da, alles gegeben und nach Plan und Schema gearbeitet zu haben.

Es sah auch plötzlich alles wieder rosiger aus. Eigentlich hatten wir ja nur gegen die Topteams verloren, und naja, eigentlich haben wir ja doch gepunktet und eigentlich stehen wir ja nach der Hinrunde punktemäßig doch so gut da wie noch nie davor in einer Saison und eigentlich sind wir ja sowieso eine Rückrundenmannschaft und glücklicherweise beginnt ja jetzt die Rückrunde und eigentlich können wir ja doch Hockeyspielen und wenn man ganz ehrlich ist, sind diese früheren, glorreichen Zeiten ja doch gar nicht so lange her.

Und immerhin habe ich wieder Bock zu schreiben, denn ich hoffe, dass die Talsohle hinter uns liegt und es nun stetig bergauf geht.

Nein, ich hoffe nicht, ich weiß es. Für Hoffnung alleine ist die Luft, das Eis, der seidene Faden an dem alles hängt, dann doch zu dünn.

 

Autor: Sabrina Zahren - Eingestellt von: André Schriever

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