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Damen: Vorsichtig Träumen

Erstellt / Aktualisiert am: 30.04.2013


Sie beschleichen einen heimlich und unterbewusst und obwohl man weiß, dass sie verboten und fehl am Platze sind, kann man sich ihrer kaum erwehren: Die Halbfinal-Phantasien.

Nach einem erneut erfolgreichen Wochenende gegen Alster und HTHC ist zwar noch lange nichts in trockenen Tüchern, der Aufwind der die Mannschaft durch diese Rückrunde getragen hat, lässt sich aber trotzdem kaum noch wegbeschwichtigen. Im Fachjargon nennt man so ein Phänomen „Lauf“, oder um es gut bajuwarisch zu formulieren „Wenn’s laaft, laaffts“ (Wenns läuft dann läufts). In den nächsten Vier Auswärtsspielen (UHC/ Klipper, BHC/TuSLi) könnten wir uns aus eigener Kraft einen großen Traum erfüllen.

Doch woher kommt diese verfrühte Vorfreude? Vielleicht ist sie aus der Erkenntnis geboren, dass der MSC so langsam aber sicher begreift, dass in dieser Mannschaft mehr als nur Potential steckt.  Schon in der Hinrunde zeichnete sich der neue Charakter des Teams aus, leider konnte man die Dominanz im Herbst selten in zählbares ummünzen. Jetzt sieht das anders aus. Mit BHC und Alster hat man Teams, teilweise höher als Augenhöhe bespielt, die mit zu den besten der Welt zählen (Man möge mich korrigieren wenn ich damit falsch liegen sollte).

Gegen Alster lieferten wir zwar die, in meinen Augen bis jetzt schlechteste Halbzeit der Rückrunde ab, kassierten aber trotzdem keinen Gegentreffer und drehten in der 2. Hälfte umso mehr auf.

Die Zuschauer sprachen danach von einem Offensivfeuerwerk und einem Übergewicht an Spielanteilen. 

Alster dezimierte sich selbst durch viel meckern und trash-talking, was immer ein guter Beweis für die Unzufriedenheit des Gegners ist. Das Unentschieden fühlte sich wie eine Niederlage an, denn unzählige Angriffe und 7 Ecken waren in der zweiten Hälfte an Alster-Keeperin Karin Blank zerschellt, die sehr stark hielt.

Wir hatten uns erfolgreich aus einer grottigen ersten Hälfte herausgezogen und dann sehr diszipliniert und engagiert agiert statt reagiert. Letzteres taten hauptsächlich die Schiedsrichter, die das konsequente meckern der Hamburgerinnen ab Anpfiff auch konsequent ahndeten. Die Äußerungen von Gegners Seite, ein faires Spiel wäre parteiischerweise zerpfiffen worden, muten angesichts des hohen Redebedarfs einiger Alster-Akteurinnen geradezu grotesk an.


Kommen wir nun zum Sonntagsspiel, zum Pflichtsieg-Gegner HTHC. So grausam arrogant diese Betitelung auch klingt, so grausam unarrogant spielten wir in der ersten Hälfte. HTHC stand tief und mauerte, dem MSC fehlte es an Mut und Ideen, an Abgezocktheit und Kaltschnäuzigkeit. Gefühlte drölfmillionen Hundertprozentige wurden so leichtfertig verbaselt, im Profisport hätte man den Spielern Arbeitsverweigerung attestiert. HTHC kam immer wieder in gefährliche Konterpositionen und verunsicherte dadurch unsere Hinterleute, die den Aufbau nicht mehr konsequent durchzogen und das Mittelfeld kam auf wenig kreative Ideen die das Spiel hätten voranbringen können. Auch hier war die Halbzeitpause der rettende Umkehrpunkt: Anstatt verkrampft und verbissen den Sieg zu erzwingen, spielte in der zweiten Halbzeit ein cooler MSC gegen physisch schwächer werdende Hamburger. Das Mittelfeld konnte den kompakt stehenden Gegner immer wieder mit Einzelaktionen überwinden und so erzwang Uwe nach einem Run durch das HTHC-Gehölz einen Siebenmeter, den Hannah sicher verwandelte. Manchmal braucht es eben eine dreckige Standardsituation als Dosenöffner. Danach schien die Gegenwehr gebrochen.

Mit nun sehr ansehnlichem Ballbesitz-Hockey reihte sich Kreisszene an Kreisszene. Zwei Mal stand Heike goldrichtig und verwandelte im Nachschuss, einmal lief Kati flankiert von 4 Mitspielern  auf den HTHC-Keeper zu und entschied sich kaltschnäuzig für den schwierigsten Abschluss: Angekanteter Schrubschlag über den herauslaufenden Torhüter. Halt schon geil wenn der dann auch sitzt!!!!

Ein Spiel was wir nicht dominieren aber irgendwie doch dominieren, weil es doch einer gewissen Dominanz geschuldet ist, schlechte Spiele trotzdem hoch zu gewinnen.

Womit wir wieder am Anfang wären. Beim „Lauf“. Beim Träumen.




Autor: Sabrina Zahren - Eingestellt von: André Schriever

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