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Mädchen A bei der DM: Gut mitgespielt, aber nicht immer mithalten können

Erstellt / Aktualisiert am: 23.02.2015


 

Als sich die Mädchen A zum Finale von der Tribüne erhoben und die deutsche Nationalhymne in der Halle ertönte, kam den MSC-Mädels noch einmal ins Bewusstsein zurück, dass sie an diesem Wochenende in Darmstadt eines der Teams gewesen sind, das sich bei einer Endrunde zur Deutschen Meisterschaft präsentierte. Den Frust und die Enttäuschung darüber, nicht über einen achten und damit letzten Platz hinausgekommen zu sein, schmälerte dies aber nicht. 

Im ersten Spiel gegen den Gladbacher HTC überwog die Nervosität bei den Mädchen A in weinrot-grau. Groß war der Respekt vor dem Zweitplatzierten aus dem Westen. Der MSC geriet schnell unter Druck und fand erst nach einigen Minuten ins Spiel. Dennoch ging man mit einem 0:1-Rückstand in die Halbzeitpause.

In der zweiten Hälfte gelang es den MSC-Mädels, sich dem Druck der Gladbacherinnen zu entziehen und sie erkämpften sich erste gute Chancen. Carina Lößl nutzte eine von diesen und erzielte den 1:1 Ausgleichstreffer – ein Ergebnis, dass man bis zum Abpfiff halten konnte. Der erste Punkt war gesichert – eine Grundlage, auf der man aufbauen konnte, gelegt.

Perfekte Bedingungen vor Ort in Darmstadt: jedes Team erhielt eine eigene Kabine, in die man sich gleich nach der ersten Begegnung mit portablem Beamer und Leinwand zur Videobesprechung zurückzog. Gemeinsam mit Coach Christoph Elste, unterstützt von Thorben Wegener, wurden Fehler und der nächste Gegner analysiert: der Bremer HC, amtierender Deutscher Meister auf dem Feld in dieser Altersklasse.


Als der MSC zum zweiten Spiel die Halle betrat, war die weinrot-graue Fanwand gewachsen. Über 40 MSC-Begeisterte feuerten lautstark im Takt zur „Schriever“-Trommel an. Vielleicht auch dadurch beflügelt begannen die Mädchen A druckvoll. Carina Lößl und Nike Beckhaus hatten die Positionen Sturm und Mitte getauscht – eine Umstellung die sich im Spiel nach vorne gleich bemerkbar machte.

Wenige Minuten nach Anpfiff hatte Nike Beckhaus die stark agierende Bremer Torfrau ausgespielt, doch statt im Netz zu zappeln, prallte die Kugel vom Pfosten zurück in den Kreis. Im Gegenzug konnten sich die Bremerinnen eine kurze Ecke erarbeiten, die zum 0:1-Rückstand führte. Nur zwei Minuten später erhöhte der Bremer HC auf 0:2. Kurz vor dem Halbzeitpfiff dann der Schock fürs MSC-Team: Nike Beckhaus blieb verletzt am Boden liegen und musste nach längerer Behandlung vom Platz getragen werden.

Angepeitscht vom Fanblock ging es in die zweite Spielhälfte, in der erneut Carina Lößl auf 1:2 verkürzen konnte und das kampfbetonte Spiel noch einmal spannend machte. Als der MSC kurz darauf eine kurze Ecke zugesprochen bekam, hofften alle auf Eckenspezialistin Paulina Niklaus, die bei der Süddeutschen Meisterschaft mit einer traumhaften Eckenquote beeindrucken konnte. Gute Hereingabe, gut gestoppt, klasse Schlenzer - ans Kreuzeck. Wieder wenige Zentimeter, wieder dröhnendes Metall, wieder eine vergebene Chance. In ihrer Chancenverwertung waren die Bremerinnen überzeugender und erhöhten zum 1:3-Endstand.

Eine letzte Chance gab es dennoch: Mit einem Sieg gegen den UHC könnte man sich ein Weiterkommen sichern. Auch der nächste Gegner hatte sich mit 2:3 den Bremerinnen geschlagen geben müssen, allerdings mit einem Sieg gegen den Gladbacher HTC schon mehr Punkte sammeln können als die MSC-Mädels.

Es war ein Spiel, in dem es um alles ging. Hohes Tempo, schnelle Spielzüge und tolle Kombinationen, allerdings mehr auf Hamburger als auf Münchner Seite. Auch wenn Nike Beckhaus unter Schmerzen und mit stramm bandagierten Fuß noch einmal mit auf die Platte auflief, es fehlte dem Team der Glaube daran, hier noch etwas bewegen zu können. Ein schneller 0:2-Rückstand war die Folge.

Nach motivierenden Worten in der Halbzeitpause, versuchten die MSC-Mädels noch einmal alles – doch Pech kam hinzu. Wenn Carina Lößls Schuss nicht von der Torlinie gekratzt worden wäre, ja wenn... Aber zu viele „Wenns“ darf man sich wohl in einer DM-Endrunde nicht erlauben. Die wenigen Chancen, die man bei einer solchen Leistungsdichte hat, müssen konsequenter genutzt werden. Das Spiel, in dem es um alles ging, endete letztlich mit 0:4. Dies war am Ende doch eine sehr deutliche und vor allem herbe Niederlage, da sich das MSC-Team am Ende eines langen Tages eingestehen musste, die  beindruckende Leistung von der Süddeutschen Meisterschaft vor zwei Wochen hier nicht abgerufen und gezeigt zu haben.

Im letzten Spiel des Tages in der Gruppe A trennten sich der Gladbacher HTC und der Bremer HC mit einem 3:3 – Bremen schonte hier sein Team fürs Halbfinale und ließ den zweiten Block agieren. Gladbach konnte somit am Folgetag um Platz 5 spielen, der MSC um Platz 7.

Aber ob man am Ende Siebter oder Achter ist – jetzt stand im Vordergrund alle die Spielerinnen zum Zuge kommen zu lassen, die bislang wenig Spielanteile hatten. So zum Beispiel Aylin Evciler, mit Jahrgang 2003 die jüngste Teilnehmerin bei dieser DM und auch Ersatztorhüterin und Torfrau der Mädchen B, Chiara Vischer, die bis zuletzt geduldig auf ihren Einsatz gewartet hatte und ihre Chance gut nutzte - auch wenn das Endergebnis mit 0:3 gegen den Heidelberger HC einen anderen Eindruck vermittelte.

Zur Siegerehrung waren alle Teams geblieben. Und mit den anderen teilnehmenden Mannschaften im Kreis stehend, erkannten die MSC-Mädels so langsam in welcher Runde sie sich dort befanden – unter den acht besten Teams in Deutschland. Den blauen Wimpel nahm am Ende der Bremer HC entgegen und gegen den hatte der MSC gut mitspielen, aber am Ende nicht mithalten können. Dafür, dass man sich als Saisonziel das Erreichen des Halbfinals bei einer „Süddeutschen“ gesetzt hatte, war man deutlich über dieses hinausgeschossen. Aber das vergisst man im sportlichen Eifer vielleicht und besonders dann, wenn man erst einmal in eine Endrunde zur Deutschen Meisterschaft hineingeschnuppert hat.

Das DM-Team der Mädchen A:

Obere Reihe von links nach rechts: Fanny Ommert, Clara Bellenbaum, Josefine Kracher, Anna Seidl, Luca Krumnikl, Amelie Konsek

Untere Reihe links nach rechts: Aylin Evciler, Lea Nierlich, Chiara Vischer, Paulina Niklaus, Carina Lößl und Nike Beckhaus

Autor: Hanna Ommert - Eingestellt von: Hanna Ommert

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