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INSIDE MSC #3: Crunch time: Ein Club, zwei Ziele – Damen und Herren im Ligaendspurt

Interview mit den Trainern Florian Zollner und Benjamin Lang

Erstellt / Aktualisiert am: 13.06.2015


Die Bundesliga geht in die heiße Phase. Nach der World-League-Pause müssen Damen und Herren Ende Juni wieder ran. Die Ziele sind dabei höchst unterschiedlich. Während die Damen im Kampf um den Blauen Wimpel ein Wörtchen mitreden möchten, hat bei den Herren einzig und allein der Klassenerhalt Priorität. „Inside MSC“ hat sich mit den Trainern Florian Zollner und Benjamin Lang über den bisherigen Saisonverlauf, die aktuelle Lage und den Ligaendspurt unterhalten.

Servus Flo, servus Benji. Eure Teams haben in dieser Spielzeit schon einiges geleistet, jetzt geht es ans Eingemachte. Wie beurteilt Ihr den bisherigen Saisonverlauf?

Zollner: Natürlich ist der Saisonverlauf bisher sehr zufriedenstellend. Wenn man sich zwei Spieltage vor Schluss für die Endrunde qualifiziert, ist sicher einiges richtig gelaufen. Am meisten freut mich, dass es dem Team gelungen ist, so stabil zu werden und dass die unnötigen Ausrutscher gegen Mannschaften aus der unteren Tabellenhälfte vermieden wurden. Aus einem 0:1 Halbzeitstand beim HTHC mit Dauerregen und minus 4 Grad vor acht Zuschauern einen 2:1-Sieg zu machen ist schwieriger, als sich gegen den UHC zu motivieren.

Lang: Obwohl wir mit einem Sieg in die Saison gestartet sind, konnten wir die Hinrunde nur als Tabellenletzter beenden. Das haben wir uns sicherlich anders vorgestellt. Unsere Ausgangssituation haben wir, trotz kleinerer Rückschläge wie der Niederlage in Düsseldorf, in der Rückrunde verbessert. Nun freuen wir uns auf die letzten vier Spiele und werden alles daran setzen, so viele Punkte wie möglich zu sammeln. Am Ende muss auch das nötige Quäntchen Glück dabei sein, damit wir die Klasse halten.

Bei den Damen ist die sportliche Situation sehr zufriedenstellend. Trotzdem gab es eine Trennung von Thorben Wegener und Du, Flo, bist in die Chefrolle gerutscht. Was bedeutet dieser Posten für Dich und wie meistert man eine Trainerposition zusätzlich zum beruflichen Alltag?

Zollner: Ich habe mit Thorben sehr gut zusammengearbeitet und wir haben unter seiner Führung das auf den Weg gebracht, wo wir jetzt stehen. Ich habe vor der Trennung von Thorben sehr gerne mit dieser Mannschaft gearbeitet und tue das weiterhin. Ich gebe mir Mühe das Erarbeitete im Sinne von Mannschaft und Club fortzusetzten und weiter zu verbessern. Dass dieser Job neben dem beruflichen Alltag nur möglich ist wenn man viel Hilfe und Unterstützung bekommt ist klar. Und da ist das Team mit Stefan, André, Anne, Bärbel, Gunnar und Bene natürlich nicht zu toppen.

Die Damen waren in den letzten Jahren gefühlt Stammgast auf Feld- und Hallenendrunden, haben den ganz großen Wurf aber immer verpasst. Was stimmt Dich zuversichtlich, dass es dieses Jahr womöglich zur ersten Meisterschaft reicht?

Zollner: Der Blick auf die Mannschaft und mein Bauchgefühl stimmt mich zuversichtlich. Aber natürlich ist es so, dass wir gegen die anderen drei Top-Teams zwei sehr gute Tage erwischen müssen, denn gerade bei Köln und Hamburg reden wir von den oben angesprochenen Stammgästen mit reichlich Endspielerfahrung.

Bei den Herren ist der Fokus natürlich ein ganz anderer. Als Aufsteiger war zu erwarten, dass es ausschließlich um den Klassenerhalt geht. Wie beurteilst Du, Benji, die aktuelle Situation?

Lang: Positiv betrachte ich die Tatsache, dass wir zwei Heimspiele zum Schluss haben und bis dahin voraussichtlich noch alles möglich ist. Das war zum Start der Rückrunde nicht selbstverständlich. Deswegen bin ich mit der aktuellen Situation nicht unzufrieden.

In der Hinrunde haben die MSC-Herren teilweise leichtfertig Punkte liegengelassen. In der Rückrunde spielt die Mannschaft auf einem deutlich höheren Niveau. Was hat den Wandel bewirkt?

Lang: Das hat natürlich mehrere Gründe, über deren Gewichtung man diskutieren kann und deswegen nenne ich diese ohne Wertung. Ein Punkt ist sicherlich die Entwicklung als Mannschaft, zu der sowohl die Erfahrungswerte der Spieler, als auch die der Trainer zählen. Zudem haben wir es nicht geschafft, Ruhe in die Mannschaft zu bekommen. Die Energie der Enttäuschung über Nichtnominierungen wurde oftmals mehr gegen, als für die Mannschaft gerichtet. Noch dazu hatten einige Spieler unvermeidbare Urlaube, Examen und Geschäftsreisen während der Saison. Das ist in der Rückrunde deutlich besser und oftmals potenziert sich die Summe der Punkte. Was einzeln nicht dramatisch wäre, ist in Kombination einfach ungut.

Ärgert man sich nicht gewaltig über die verpassten Möglichkeiten im Herbst, schließlich könnte die Ausgangsposition eine viel bessere sein?

Lang: Natürlich denkt man ab und an daran: „was wäre wenn“. Aber in der Liga machen Kleinigkeiten in vielen Spielen den Unterschied und Kleinigkeiten im richtigen Moment richtig zu machen ist einfach ein Lernprozess, durch den wir gehen müssen und Fehler gehören dazu. Bis auf Mannschaften, die Spieler kaufen, war in den letzten Jahren jeder Aufsteiger zwischenzeitlich mal wieder in der zweiten Liga. Da werden sich viele auch über verpasste Möglichkeiten geärgert haben. Wir haben aktuell zum Ärgern aber keine Zeit und geben ja auch viel, dass wir uns am Ende nicht ärgern müssen.

Flo, Ihr habt nach der Pause nur noch ein Spiel gegen Rüsselsheim. Ohne dem RRK zu nahe treten zu wollen, aber wünscht man sich kurz vor einer Endrunde nicht ein stärkeres Kaliber, um gleich eine echte Standortbestimmung zu haben? Wie bereitet Ihr Euch zusätzlich auf das Saisonhighlight vor?

Zollner: Das Problem ist eher der Spielplan als der Gegner. Ob Endrundengegner, ungefährdete Mittelfeldmannschaft oder Abstiegskandidat, da kann ich spontan gar nicht sagen, was mir nach der langen Pause und eine Woche vor der Endrunde am liebsten wäre. Den genauen Plan der restlichen Zeit bis zur Endrunde werden wir ausarbeiten und sicher wird die Athletik ein großes Thema sein.

Die Herren haben nach der Pause noch vier Spiele vor sich. Auswärts bei Alster und UHC, sowie zu Hause gegen Mülheim und Krefeld. Kein leichtes Restprogramm. Was stimmt Dich zuversichtlich Benji, dass Deine Jungs aus den Spielen die nötigen Punkte holen?

Lang: Alle Spiele sind eng und in jedem Spiel sind drei Punkte zu vergeben.

Der MSC ist bekannt für sein ausgesprochen gutes Verhältnis zwischen Damen und Herren und daran wird mit gemeinsamen Trainingsmaßnahmen, Auswärtsfahrten und Festivitäten intensiv gearbeitet. Inwiefern glaubt Ihr bringt dieses Zusammengehörigkeitsgefühl positive Aspekte für die jeweilige Mannschaft?

Zollner: Es ist einfach immer gut, wenn man sich in seinem Umfeld wohlfühlt. Die Spielerinnen verbringen unglaublich viel Zeit im MSC und müssen andere Kontakte und Aktivitäten zurückstellen. Wenn Sie dann als Ausgleich ab und zu ein gutes Gespräch mit einem der gut aussehenden Herrenspieler führen können, ist das sicher eine kleine Entschädigung.

Lang: Die Stimmung wird dadurch sicherlich nicht schlechter. Ansonsten ist die Mannschaft hier vielleicht die bessere Informationsquelle…

Tauscht Ihr Euch eigentlich auch aus und kann man vom jeweils anderen Team auch was für die eigene Mannschaft adaptieren?

Zollner: Ich bin sicher, dass Benji von mir noch nicht profitiert hat. Er hat mir in den letzten turbulenten Wochen beim Thema Video unglaublich geholfen, Schnitte gemacht, das Programm zur Verfügung gestellt, usw. Dass das alles andere als selbstverständlich ist, weiß ich und kann mich dafür nur bedanken. Ein weiterer Austausch hat in der kurzen Zeit noch nicht stattgefunden.

Lang: Stefan bietet in unregelmäßigen Abständen MSC-Trainertreffen an, bei denen sich immer eine gute Diskussion zu bestimmten Themen ergibt. Hier kann man schon neue Sichtweisen und neue Ideen mitnehmen. Einen regelmäßigen Austausch zwischen uns gibt es nicht und nachdem diese Konstellation nicht mehr lange Bestand hat, wird dieser wohl auch nicht mehr kommen.

Werfen wir noch einen Ausblick auf das Saisonfinish. Mit welchem Ziel geht Ihr in die letzten Spiele und was werft Ihr in die Waagschale, um dieses zu erreichen? Was traut Ihr dem anderen Team zu?

Zollner: Wir wollen uns natürlich richtig gut auf die Endrunde vorbereiten und im Rhythmus bleiben. Dazu gehört unter anderem ein Sieg im letzten Ligaspiel. Dann freuen wir uns auf die Endrunde und geben dort unser Bestes.

Ich bin mir sicher, dass die Herren nicht absteigen. Der im Abstiegskampf alles entscheidende psychologische Faktor ist ganz klar auf Seiten des MSC und DHC. Beide können es „doch noch schaffen“, Berlin hat Angst und kann es „doch noch vergeigen“. Ganz konkret: Berlin verliert gegen Düsseldorf und beide holen sonst keinen Punkt mehr. Der MSC spielt bei Alster untentschieden und gewinnt mindestens ein Spiel am letzten Heimwochenende.

Lang: Ziel ist es jedes Spiel als absolutes Endspiel zu betrachten und, wenn es uns der Spielverlauf erlaubt, Punkte mitzunehmen. Wir werden die Sache gut vorbereitet und mit maximalem Einsatz angehen und am Ende sehen, wo wir stehen.

Bei den Damen gehe ich von mindestens zwei Siegen aus den letzten drei Spielen aus. Die Reihenfolge dürfen sich die Mädels aussuchen.

Danke Euch für Eure Zeit. Wir drücken die Daumen, dass wir nächstes Jahr weiterhin zwei Erstligisten und am ersten Sonntag im Juli ein rauschendes Fest bis tief in die Nacht haben.

Autor: André Schriever - Eingestellt von: Patrick Meyer

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