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INSIDE MSC #2: MSC-Mädels auf dem Weg nach Rio

Die Olympischen Spiele werfen ihre Schatten voraus

Erstellt / Aktualisiert am: 04.05.2015


Zum Kader der Deutschen Damennationalmannschaft gehören mit Hannah Krüger, Nina Hasselmann und Anissa Korth drei Spielerinnnen, die im Ligaalltag Weinrot-Grau tragen. Im Interview mit „Inside MSC“ plaudern die Ladies über das aktuelle EM-Jahr, das Hockeyleben im MSC und natürlich das Fernziel Rio 2016.

Hi Mädels, schön dass Ihr Euch etwas Zeit genommen habt. Nach den ersten Lehrgängen geht es nun langsam in die Vollen. Mitte Juni wartet mit dem Halbfinale der World League ein wichtiges Turnier, im August wird in London der Europameister ausgespielt und kurz vor Weihnachten seid Ihr hoffentlich in Argentinien beim World League Finale dabei. Steigt so langsam die Anspannung und Vorfreude auf die Turniere?

Nina: Erst einmal muss sich natürlich jede von uns für das Team qualifizieren. Danach kann man sich Gedanken über alles andere machen. Ich persönlich habe das Augenmerk momentan nur auf die Olympiaqualifikation in Valencia im Juni gerichtet. Bevor man die nicht in der Tasche hat, braucht man auch nicht an Rio zu denken. Die Angst, bei der Qualifikation scheitern zu können, ist natürlich da, aber wir haben noch einige Trainingseinheiten und ich glaube, diese werden uns zeigen, dass wir gut genug, sind die Qualifikation aus eigener Kraft zu schaffen.

Hannah: Auf jeden Fall. Lange ist es ja nicht mehr hin und die wichtigen Weltturniere und Meisterschaften sind das, wofür man die Arbeit schließlich das ganze Jahr macht. Wir sind gerade viel mit den Danas (Anm. der Red.: Damen-Nationalmannschaft) unterwegs und die wachsende Vorfreude ist bei allen zu spüren.
Anissa: Klar freue ich mich. Ich hoffe natürlich, dass ich bei so vielen Turnieren wie möglich dabei bin. Aber meistens kommt die große Anspannung erst unmittelbar vor dem Turnierstart.

Hannah Krüger
Hannah Krüger

So richtig blickt ja keiner mehr durch, was die Turniere eigentlich für eine Wertigkeit haben. Was dient „nur“ zur Olympiaqualifikation? Ist die World League höher einzustufen als die EM? Warum gibt es neben einer Weltmeisterschaft noch eine World League? Könnt Ihr uns, die so langsam den Durchblick verlieren, genauer erklären, was es mit den einzelnen Turnieren auf sich hat?

Hannah: Für uns ist die World League 3 dieses Jahr das entscheidende Turnier. Dort wird die Olympiaqualifikation ausgespielt. Das Turnierformat „World League“ wurde eingeführt um auch kleineren Hockey-Nationen die Chance zu geben, durch gute Leistungen direkt bei großen Weltturnieren teilzunehmen. Die kleineren Hockey-Nationen können sich über die World League Turniere 1 und 2 für das World League Halbfinale (Runde 3) qualifizieren. Die Top-Nationen steigen dann in Runde 3 ein. Hier gibt es zwei Turniere mit je zehn Mannschaften. Die ersten drei pro Turnier qualifizieren sich direkt für die Olympischen Spiele/Weltmeisterschaften. Die ersten vier für das World League Finale im Dezember. Über die Europameisterschaft qualifiziert sich nur der Europameister und da Holland seit Jahren das Damenhockey dominiert, ist für uns die beste Chance auf die direkte Olympiaqualifikation zunächst die World League 3.

Fühlt man sich bei Lehrgängen manchmal etwas als Exot, wenn man nicht aus einer der bekannten Hockeyhochburgen kommt?

Nina: Überhaupt nicht. Wir sind ja schon drei Spielerinnen aus München… langsam rücken wir an die Macht.

Hannah: Nein, mittlerweile sind wir immer zu dritt und schon fast eine kleine Süd-Hochburg. Außerdem, wenn man mit einem dezent gerollten R aus Nürnberg kommt, ist man von der U16 auf einiges gewohnt.

Anissa: Nein eigentlich nicht. Inzwischen kennt man sich so gut, dass es da keine Unterschiede mehr gibt. Da freut man sich eher alle wieder zu sehen.

Wir möchten Euch jetzt nicht zum x-ten Mal die Fragen nach Eurem Aufwand und Alltag stellen. Uns interessiert viel mehr, was Euch am MSC so fasziniert und warum der MSC für Euch der richtige Club ist.

Nina: Mich begeistert immer wieder die Gemeinschaft in diesem Club. Die Harmonie zwischen Damen- und Herrenmannschaften und die Unterstützung für den Club durch viele, viele Personen. Dies macht UNS einfach einzigartig und es ist kein Geheimnis, dass wir in dieser Hinsicht der einzige Club in Deutschland sind, bei dem das so ist!

Nina Hasselmann
Nina Hasselmann

Hannah: Das Schöne am MSC ist, dass man einen Club mit Seele vorfindet und man sich als Neuankömmling direkt gut aufgenommen fühlt. Die Gemeinschaft, die im Hockeysport allgemein sehr wichtig ist, wird im MSC besonders gelebt. Und außerdem lieben wir unseren Club einfach!

Anissa: Der MSC hat ein super Clubleben und alle sind sehr hilfsbereit. Der Anfang wurde mir dadurch sehr einfach gemacht. Es macht großen Spaß mit den Mädels zu trainieren und spielen.

Anissa, Du bist vor ein paar Monaten von Mannheim nach München gewechselt. Hast Du Dich inzwischen in Stadt und Club gut eingelebt? Welchen Rat kannst Du anderen so genannten „Zuagroasten“ geben?

Anissa: Ja, ich habe mich soweit gut eingelebt. München ist eine tolle Stadt und ich fühle mich sehr wohl. Die Mädels haben mir den Start  auch echt erleichtert und mich gleich gut aufgenommen. Und ich würde jedem raten, einmal eine „Sunday Time“ (Anm. der Red.: Gemeinsamer Clubnachmittag/-abend nach den Sonntagsspielen. Fällt mal ruhiger, mal weniger ruhig aus.) mitzuerleben!

Hannah, bei Dir steht das Examen vor der Tür. Bleibt denn bei Hockey und Lernen überhaupt noch Zeit für andere Dinge? Und für uns ganz wichtig: Wie schaffst Du es, die anstehenden Sunday Times mit in den Zeitplan zu packen?

Hannah: Viel Zeit bleibt tatsächlich nicht, aber der Montagmorgen ist prinzipiell lern- und trainingsfrei. Von daher steht der „Sunday Time“, außer dem Franken-Tatort, nichts im Wege.

Nina, Du hast Dich für den dualen Karriereweg entschieden. Kannst Du uns kurz und knapp zusammenfassen, was es damit auf sich hat und wo für Dich die Vorteile in Bezug auf die Verbindung von Job und Hockey liegen?

Nina: Richtig. Da ich bereits mit dem Studium fertig bin und mit Hockey kein/wenig Geld verdiene, war für mich klar, dass ich neben dem Hockey arbeiten möchte. Prämisse war, dass ich einen Arbeitgeber finde, der den Sport akzeptiert. Über den MSC wurde der Kontakt hergestellt und nun arbeite ich als externer Mitarbeiter bei BMW. Ich habe eine 40-Stunden-Woche und für die Maßnahmen mit der Nationalmannschaft bekomme ich frei. Urlaub gibt es zwar keinen, aber nach Rio habe ich dafür noch genug Zeit. Meine Trainingseinheiten mache ich vor der Arbeit, in der Mittagspause und abends. Ich bin überglücklich, dass das alles so funktioniert. Dies ist denke ich eine Seltenheit und für mich wie ein 6er im Lotto.

Welche Ziele habt Ihr in diesem Jahr mit dem MSC und der Nationalmannschaft?

Nina: Deutscher Meister mit dem MSC und die Olympiaqualifikation mit der Nationalmannschaft.

Hannah: Endlich unsere großartigen Anhänger auf der DM-Players-Party am Samstagabend allein zu lassen und sie dafür mit dem Deutschen Finale zu erfreuen. Mit der Nationalmannschaft ist das große Ziel die Olympiaqualifikation. Wenn noch der Europameistertitel oder ein Podiumsplatz beim World League Finale dazukommt, wäre das natürlich ein Traum und ein guter Start in die Olympiavorbereitung.

Anissa: Mit dem MSC wollen wir auf jeden Fall unter die besten vier und uns damit für die Endrunde qualifizieren. Mit dem aktuellen Kader haben wir meiner Meinung nach gute Chancen, dieses Jahr etwas zu holen. Mit der Nationalmannschaft steht dieses Jahr die Olympiaqualifikation an erster Stelle. Danach sehen wir weiter.

>Anissa Korth
Anissa Korth

Auch wenn die Olympischen Spiele in Rio noch weit weg sind, richtet sich natürlich der gesamte Fokus auf das Jahreshighlight 2016. Wie seht Ihr denn Eure Chancen dabei zu sein und die deutschen Medaillenchancen, nachdem die letzten Turniere nicht unbedingt nach Wunsch verlaufen sind?

Nina: Die Devise vom Bundestrainer ist ganz klar: Wer gute Leistung bringt und fleißig ist, hat eine Chance. Keiner ist sicher, alle müssen Gas geben. Lassen wir uns überraschen. Medaillenchancen? Lass uns drüber sprechen, wenn es soweit ist…

Hannah: Darüber reden wir nach der World League 3, wenn die Qualifikation vollbracht ist.

Anissa: Ich glaube wir müssen uns erst einmal qualifizieren, was schon alleine ein hartes Stück Arbeit wird. Dann beginnt die Vorbereitung auf die Olympischen Spiele. Wer schlussendlich dabei sein wird ist abhängig vom nächsten Jahr und wie man sich in 2016 präsentiert.

Habt Ihr schon eine Idee, wie es für Euch nach Olympia weitergeht? Möchtet Ihr weiter in der Nationalmannschaft aktiv sein, Euch ausschließlich auf Vereinshockey konzentrieren, oder dem Leistungshockey vielleicht sogar ganz den Rücken kehren?

Nina: Sollten wir uns nicht für Olympia qualifizieren, ist für mich Ende 2015 Schluss mit Nationalmannschaft. Sind wir in Rio dabei, werde ich im Anschluss meine DHB-Karriere definitiv beenden. Ob sich Vereinshockey und Berufswelt dann noch verbinden lassen wird man sehen.

Hannah: Nach den intensiven Jahren mit ständigem Spagat zwischen Club und DHB-Hockey, freue ich mich riesig auf eine Saison Hockey „nur“ im MSC. Aber mal abwarten, was so passiert. Aktuell ist das der grobe Plan, aber Pläne können sich ja ändern.

Anissa: Um ehrlich zu sein habe ich mir darüber noch keine Gedanken gemacht. Ich plane für mich erst einmal bis Rio. Aber ganz aufhören steht für mich nicht im Raum. Wenn ich Uni und Hockey weiterhin so vereinen kann, werde ich das so fortsetzen. Allerdings muss ich auch im Studium aufpassen, dass ich da nicht allzu viel Zeit verliere.

Welchen Tipp habt Ihr für unseren Nachwuchs? Was ist Eure Trainings- und Spielphilosophie, an der sich unsere Stars von morgen orientieren können?

Nina: Genießt die Gemeinschaft in diesem Club und verliert nicht den Spaß am Spiel. Seid fleißig, aber nicht zu verbissen.

Hannah: Training und Spiele sind natürlich wichtig um besser und letztendlich auch erfolgreich zu werden. Wichtiger ist aber, dass man immer Spaß und Freude am Hockey hat und die Zeit mit seiner Mannschaft genießt.

Anissa: Sie sollten Spaß an dem haben was sie tun. Wenn der fehlt, wird es schwer gut zu spielen. Ansonsten sollten sie jede Trainingseinheit und jedes Spiel nutzen, um das zu erreichen, was sie sich vorgenommen haben.

Zum Schluss hätten wir gerne noch eine kleine Prognose: Wieviele MSC-Damen fahren nach Rio?

Nina: Drei
Hannah: Drei
Anissa: Na hoffentlich drei

Nina, Hannah und Anissa, vielen Dank für das Interview. Wir drücken Euch ganz fest die Daumen für Eure Ziele mit der Nationalmannschaft und durch die Weinrot-Graue Brille natürlich ganz besonders für den ganz großen Erfolg mit den MSC-Damen. Sehr gerne wären wir endlich ohne Euch auf der Players-Party, wenn dafür eine „Sunday Time“ erfolgen würde, die ihresgleichen sucht.

Autor: André Schriever - Eingestellt von: Patrick Meyer

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