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INSIDE MSC #6: Ein Plauderstündchen mit ehemaligen Bundesliga-Akteuren

Was treiben die Weinrot-grauen Altstars heute?

Erstellt / Aktualisiert am: 06.11.2015


Sie waren über Jahre hinweg die Aushängeschilder des MSC und haben viele nationale und internationale Titel gesammelt. Einer ist heute noch aktiv, ein anderer spielt zwar weiterhin Hockey, schiebt aber eine ruhigere Kugel und ein Dritter ist ans andere Ende der Welt gezogen. Inside MSC hat sich mit Caroline Specht (ehemals Casaretto), Max Weinhold, Benedikt Sperling und Christopher Zeller über die Zeit vor, während und nach dem MSC unterhalten.

Bei den meisten Akteuren gibt es auch eine Zeit vor dem MSC. Wann und warum seid ihr zum MSC gekommen und könnt ihr Euch noch an Euer „erstes Mal“ an der Eberwurzstraße erinnern?

Caro: Lang, lang ist´s her…ich glaube das war in der Hallensaison 98/99. Während einer Verletzungspause hat es mich zum MSC verschlagen. Warum: Mir war das Clubleben von diversen Festen hinlänglich bekannt und als alte Krefelderin war mir das sogar wichtiger als die Spielerei. Das erste Spiel für den MSC war dann das Aufstiegsspiel in der Siedlerhalle gegen die HGN. An das erste Mal in der Eberwurzstraße habe ich keine Erinnerung mehr.

Max: Ich bin mit meinem Bruder und durch meinen Vater mehr oder weniger von Geburt an im MSC gewesen. Als wir noch nicht selber Hockey gespielt haben, hat er uns immer mit Süßigkeiten in den Club gelockt. Irgendwann wollten wir auch mal mit dem Schläger gegen den Ball hauen... und sind dabei geblieben.

Chrissi: Ich bin im Jahr 1998 zum MSC gekommen. Vorher habe ich beim MTV München Hockey und beim TSV Forstenried Fußball gespielt. Zum ersten Mal bin ich für den MSC als Ersatztorhüter in der Mannschaft meines Bruders Philipp aufgelaufen. Damals war ich noch nicht offiziell MSC’ler und durfte eigentlich nicht spielen. Durch die Torwartausrüstung ist es zu Glück dem ESV München nicht aufgefallen, dass nicht der Torwart in Kasten stand, der auf dem Spielberichtsbogen eingetragen war.

Bene: Ich bin damals vom HTC Stuttgarter Kickers an die Eberwurzstraße gewechselt und selbstverständlich kann ich mich an meine ersten intensiven Tage auf und neben dem Platz mit meiner neuen Mannschaft sehr gut erinnern. Ich denke, der damalige Trainer Martin Schultze hatte alle Hände voll zu tun, um uns in dieser Zeit auf die neue Saison vorzubereiten. Wieso MSC – wir hatten damals, wie immer im MSC, eine tolle Mannschaft bestehend aus unterschiedlichen, sehr speziellen Typen.

Was ist euch von eurer weinrotgrauen Vergangenheit am meisten in Erinnerung geblieben? Und natürlich interessieren uns nicht nur die Erlebnisse auf dem Platz.

Caro: Ach, das sind so viele Erlebnisse. Diverse Auf- und Abstiegsfeiern, tolle Freundschaften und so Vieles mehr. Doch das mit Abstand schönste Erlebnis war der Empfang nach den Olympischen Spielen von Athen 2004. Wenn ich daran zurück denke, wird mir warm ums Herz und Freudentränen füllen meine Augen.

Max: Das Wir-Gefühl in diesem Club. Das daraus resultierende Clubleben. Mein zweites Zuhause. Fußball in der Squash-Halle. Das Weiße Fest und viele, viele Sommerferien. Sportlich natürlich der Gewinn der Deutschen Meisterschaften 2003 und 2006. Sunday-Times – und besonders der Rückrundenstart der Saison 04/05 nach einem 3:3 gegen den UHC Hamburg.

Chrissi: Die beiden Deutschen Meisterschaften mit den Herren sind natürlich die Ereignisse, an die ich auch heute noch gerne und oft denke. Ein absolutes Highlight für mich war ein Auswärtsspiel (Meistersaison 2003) in Frankenthal. Als Justus Scharowsky in der 5. Minute die rote Karte sah und wir, teilweise mit 3 Feldspielern verteidigend, in der letzten Minute den Ausgleichstreffer schafften. Niko „Huhn“ Duda war zwischendurch mehr damit beschäftigt den gegnerischen Zuschauern seine Abneigung zu bekunden, als seine Gegenspieler wegzuarbeiten. Ich glaube, dass dieses Spiel ein Meilenstein zur späteren Meisterschaft war.

Bene: Ich denke das würde den Rahmen des Inside MSC Interviews sprengen. Aber ich erinnere mich immer wieder an die unvergessenen Momente abseits des Platzes, die den MSC schon immer ausgemacht haben. Bei Vorbereitungsturnieren mit eigenem DJ anreisen, Trainingslager auf einer Berghütte am Tegernsee, Suspendierungen während des Oktoberfestes, Trainingsabbrüche, Gesangseinlagen, Leichenzüge, Oktoberfestbesuche, Europapokal in Frankreich und so weiter und so fort. Schön ist, dass viele Freundschaften weiterhin bestehen und der Kontakt zum MSC nie ganz abgerissen ist.

Und was war DAS Highlight eurer MSC-Laufbahn?

Caro: Naja, ich hab Hannes im MSC kennengelernt…

Max: Schwer zu sagen, da ich viele besondere Momente und Erlebnisse mit dem MSC verbinde. Klar waren die Meisterfeiern überragend, aber vor allem ist da das Glück, durch den MSC so viele besondere Menschen kennengelernt zu haben.

Bene: Ich denke das war der Gewinn der Deutschen Hallenmeisterschaft 2006 nach einer Saison mit nur einer einzigen Niederlage und einer ganz tollen, verrückten Mannschaft. Das war schon ein ganz spezielles, schönes und intensives Jahr.

Ihr hattet alle eine Menge sportliche Erfolge zu verzeichnen. Deutscher Meister, Olympiasieger, Weltmeister. An welches nationale und internationale sportliche Ereignis denkt ihr immer wieder gerne zurück?

Caro: Das versteht sich doch von selbst! So viele Erfolge hatte ich ja nicht – aber mir reicht der EINE…

Max: Viele der Deutschen Meisterschaften waren besonders und toll, aber klar stechen die beiden Goldmedaillen bei den Olympischen Spielen in Peking und London hervor.

Chrissi: Natürlich sind die „großen“ Turniere besonders und man denkt oft daran zurück. Einen speziellen Platz hat für mich auch meine erste Saison beim MSC als A-Knabe. Damals haben wir es als absoluter Underdog irgendwie geschafft Deutscher Meister zu werden. Was Sven Michel damals aus dieser Truppe herausgeholt hat ist unglaublich. Danke nochmal Gwen!

Bene: Die anderen drei hier im Interview waren deutlich erfolgreicher und daher halten sich meine sportlichen Erfolge im Rahmen. Aber kurioserweise erinnere ich mich ganz selten an Gewinne von Meistertiteln oder schmerzhafte Niederlagen. Ich erinnere mich eher an Trainer und Betreuer, sowie an die speziellen Charaktere, an denen es dem MSC wahrlich nie gemangelt hat.

Irgendwann heißt es für jeden Abschied nehmen. Caro, du hast Deine Karriere beendet, Chrissi und Max, ihr seid nach Köln gegangen und Bene hat es zum Club an der Alster verschlagen. Wir können uns noch an die eine oder andere Abschiedsträne erinnern. Was habt ihr rückblickend am meisten am MSC und der Stadt München vermisst?

Caro: Ich vermisse beides immer noch! Das Hockeyspielen fehlt mir nicht so sehr, ich stehe ganz gerne am Rand und schaue zu. Das, was wir damals hatten, war meiner Meinung nach einmalig und das ist es auch, was mir fehlt. Die Leute, der Zusammenhalt, unzählige Besuche mit Herren und Damen in Münchens Nachtleben und die Sunday-Times. Es war eine Hammerzeit, auf die ich immer gerne zurückblicke. Und München ist einfach die geilste Stadt der Welt.

Max: Weinrot-grau. Das war anfangs schon hart mit Rot-Weiß auf dem Trikot rumzulaufen. Meine Freunde, den Biergarten, die Berge, die bayerische Gemütlichkeit, den Happy, München an sich und natürlich ganz besonders den MSC mit all seinen Facetten.

Bene: Ich hoffe, es war nicht ein Abschied für die Ewigkeit und ich würde gerne eines Tages wieder in München leben und auch öfters im MSC vorbeischauen. Ich habe am MSC immer sehr geschätzt, dass die soziale Komponente im Vordergrund steht und wirklich jeder im Club so akzeptiert wird, wie er tickt und ist. Diese sehr spezielle und angenehme Atmosphäre vermisse ich immer mal wieder und denke gerne an die gemeinsamen Zeiten im MSC zurück.

Nach der Bundesliga beginnt für viele ein neuer Lebensabschnitt. Was treibt ihr heute so?

Caro: Heute bin ich mit Woody (Anm. d. Red.: Johannes Specht) verheiratet, wir haben zwei Kinder (Josephine und Julius) und leben in N*******! Ich habe mich bereits bei unseren Kindern dafür entschuldigt, dass sie irgendwann bei der Weihnachtsfeier im MSC ausgebuht werden, wenn sie sich als Neuzugänge vorstellen und sagen müssen woher sie kommen. Den Hockeyschläger habe ich an den Nagel gehängt, aber ich hoffe, dass ich bald unseren Kindern vom Rand aus zuschauen kann, wenn der MSC gegen die HGN spielt. Ich muss nur aufpassen, dass ich unsere Kinder nicht aus Versehen weinrot-grau anziehe!

Max: Hamburg – Regen – Fischbrötchen – Stürmer – arbeiten – FAMILIE

Chrissi: Ich bin selbst noch aktiv. Für mich beginnt dennoch bald ein neuer Lebensabschnitt, weil ich demnächst Vater werde.

Bene: Ich bin mittlerweile seit fast vier Jahren in Chile und arbeite dort an der Entwicklung von erneuerbaren Energieprojekten im Wind- und Solarbereich. Leider schaffe ich es nicht mehr in Chile zum Hockeyschläger zu greifen, ich spiele aber mittlerweile regelmäßig Fußball in einer unterklassigen chilenischen Liga.

Ganz zum Schluss möchten wir wissen, was euch mit dem MSC aktuell verbindet. Seid ihr noch Mitglied? Oder vielleicht Teil des Club der Ehemaligen (siehe Inside MSC #5)? Oder habt ihr zum MSC keinen aktuellen Bezug mehr und betrachtet diesen Abschnitt einfach als Teil eurer Karriere?

Caro: Ehrenmitglied bleibt man ja sein Leben lang und es ist für mich selbstverständlich, im „Club der Ehemaligen“ zu sein. Wann immer es geht, kommen wir in den Club und genießen es in vollen Zügen. Mein Herz schlägt weinrot-grau und das wird sich auch nicht ändern, egal wo ich wohne. In diesem Sinne: Bis bald und Haizuru!

Max: Ich bin weiterhin MSC-Mitglied und auch im „Club der Ehemaligen“. Wobei ich es bisher nicht geschafft habe, bei einem Treffen aufzulaufen. Asche auf mein Haupt. Der MSC wird immer einen ganz besonderen Platz in meinem Herzen tragen und ich fühle mich, auch wenn ich nun schon acht Jahre fort bin, intensiv mit dem MSC verbunden. Haizuru!

Chrissi: Meine Eltern sind noch im MSC. Ich selbst habe leider keine Zeit mehr in den Club zu kommen, freue mich aber immer, wenn ich MSC’ler auf diversen Hockeyevents treffe oder während des Karnevals betreuen darf (GO SISTERS!).

Bene: Ich bin Teil des „Club der Ehemaligen“ – so verliere ich nicht ganz den Kontakt zum MSC und hoffentlich schaffe ich es auch in naher Zukunft mal an dem jährlichen Event der Ehemaligen teilzunehmen. Danke an dieser Stelle an die Initiatoren des CdE. Es freut mich sehr, dass man immer wieder informiert wird, was gerade im MSC los ist und einen Teil der Förderung der 1. Mannschaften sein kann (!!!DANKE!!!).

Eingestellt von: Patrick Meyer

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