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wJB: Feldvorbereitung in Holland

Erstellt / Aktualisiert am: 13.04.2015


Ostermontag, 21.30 Uhr Treffpunkt, Bus-Abfahrt 22 Uhr –  alle erschienen pünktlichst, keiner wollte dieses Event verpassen. Zur Feldvorbereitung für die anstehende Saison reiste die wJB in diesem Jahr nach Holland.

Die zehnstündige Busfahrt durch die Nacht, mit zwanzig Mädels und Staff an Bord – jeder auf der Suche nach einer angenehmen Schlafposition – zog sich hin wie Kaugummi. Die Erleichterung war daher groß, als alle nach einem kurzen Frühstück den Bus am Trainingsgelände verlassen konnten.

Erste Station: SV Kampong (Utrecht). Schnell noch Zähne in der Umkleide geschrubbt, die müden Augen wach gerieben und dann die erste Trainingseinheit auf dem Platz absolviert. Dem MSC-Team wurde hierfür Platz 8 von insgesamt neun Kunstrasenplätzen zugeteilt. Manche kamen aus dem Staunen nicht mehr heraus.


Schläger einpacken, Taschen in den Bus und ab ins Quartier. Hierfür wurde gemeinsam mit dem Bremer HC ein Bauernhof nahe Utrecht gebucht, der für die nächsten Tage als Basis für weitere Unternehmungen diente. Zwanzig MSC-Mädels teilten sich hier einen Schlafraum, in der Großküche wurde gemeinsam gekocht und abgewaschen, Tische gemeinsam gedeckt und abgeräumt – das war Teambuilding vom Feinsten!



Training, Quartier bezogen, gekocht und dann gleich noch ein Spielchen am Abend gegen den Larenschen Mixed Hockey Club. Es sei vorweg genommen: hier lief nicht viel zusammen. Erstes Spiel in neuer Besetzung in dieser Saison, Hallenmodus zum Teil noch nicht abgestellt, Schlafmangel – wen wundert’s.



Doch an Ausschlafen war nicht wirklich zu denken – das Krähen des Hahnes auf dem Hof, ließ dieses Vorhaben nicht zu, was vor allem dem Trainer zu schaffen machte, der sich schon kurz nach Sonnenaufgang Gedanken über eine Fleischmahlzeit am Mittag machte.

Doch das Mittagessen fand an diesem Tag nicht auf dem Bauernhof, sondern in Amsterdam statt. Shopping war angesagt! Bevor die 20 MSC-Mädels in die Hauptstadt einfielen, gab es eine Grachten-Rundfahrt. Eine Stunde Kultur ohne Entkommen, die von allen dankbar angenommen wurde.


Bepackt mit Tüten hetzte das MSC-Team am Nachmittag zurück zum Bus. Nächste Station war der Huizer HC – hier erinnerte man sich sogar noch an den MSC. Vor zwei Jahren trafen beide Teams bei einem internationalen Turnier in Paris im Halbfinale aufeinander, das mit 0:1 verloren ging.

So ein Ergebnis hätte man auch dieses Mal gerne mitgenommen, aber leider kam der MSC hier komplett unter die Räder. Trotz deutlicher Steigerung stimmten die Laufwege nicht, zu viele Fehler im Spielaufbau und der Kampf mit dem mörderischen Tempo, das die holländischen Mädels spielen.


Beim gemeinsamen Abendessen kam man ins Gespräch: Wie viele Kunstrasenplätze man beim MSC habe, vier oder fünf? Nach Beantwortung der Frage gab es einen mitleidigen Blick und man wird sich wohl gedacht haben, wie man so in München überhaupt Hockey spielen kann. Es war dennoch ein lustiger Abend mit der abschließenden Erkenntnis, dass es bei den deutsch-holländischen Begegnungen auf dem Platz keine Freundschaften gibt, darüber hinaus aber sehr wohl.



Für das anstehende Spiel beim HC DenBosch wünschte man dem MSC bei Huizer zum Abschied viel Glück und bewunderte die Mädels für ihren Mut dort anzutreten. Worte, die das Team recht nachdenklich machten, was sie denn wohl am folgenden Tag  dort erwarten würde.

Viel Zeit zum Nachdenken gab es aber nicht, ein schnelles Frühstück am Morgen, dann Videobesprechung und Abfahrt zu einem Trainingsspiel gegen den Bremer HC – eine Halbzeit gegen deren Mädchen A und eine gegen die wJB. Auch dieses Spiel ging mit 1:4 verloren, gab aber den Spielerinnen, die bislang nicht so viel zum Zuge kamen, die Möglichkeit, einiges auszuprobieren und mehr Spielpraxis zu erhalten. Alle anderen hatten mal Pause.

Gemeinsam ging es dann erneut zum Shoppen – direkt in einen niederländischen  Hockey-Shop. Stutzen und Schläger bis unter die Decke, eine reiche Schienenauswahl für Torhüter und Equipment ohne Ende. Bei einem kurzen Stopp-Over blieb es nicht. Betreuer und Trainer waren froh, als nach einer Stunde wieder alle draußen waren, denn der Zeitplan war straff gesetzt.

Beim Mittagessen tauschte man sich mit den Bremern aus – auch auf deren Seite wurden  Spiele gegen die Holland-Teams hoch verloren. So richtig Lust auf hohe Niederlagen hatten beide Seiten nicht mehr. Aber der nächste Gegner war nun der Stärkste. 

Auch auf DenBosch traf man beim Turnier in Paris schon einmal und gewann. Damals allerdings gegen die zweite Mannschaft – kein Vergleich zu dem, was jetzt auf die Mädels wartete: das Top 3-Team in dieser Altersklasse in den Niederlanden mit fünf U16-Spielerinnen auf dem Platz und bereits mitten in der Saison stehend.


Die spielerische Klasse, die DenBosch zeigte, war beeindruckend: Traumhafte Kombinationen, unglaubliche Stocksicherheit, Torschüsse aus allen Lagen und ein Trainer, der kaum eingreifen musste, da das Team wusste, was es zu tun hatte. Zur Überraschung aller Anwesenden zeigten die Mädels in weinrot-grau ihr bestes Hockey und gingen das enorme Tempo mit, was auch prompt belohnt wurde. Die erwartete Klatsche blieb aus. Zwar ging auch diese Partie mit 2:5 verloren, es war dennoch eine Niederlage, die sich bei dem hohen Niveau auf dem Kunstrasen wie ein Sieg anfühlte und auch so gefeiert wurde.

Team und Staff waren bei Abreise gespannt darauf,  wie man nun im Vergleich gegen die deutschen Top-Teams im Westen abschneiden würde. Auf der Rückreise ein erster Stopp in Duisburg bei Raffelberg mit starkem Beginn – zur Halbzeit stand es 2:2. Aber dann der Rückfall in alte Muster: zu viele Fehler im Spielaufbau und – auch nichts Neues – viele vorhandene Torchancen, die nicht konsequent genutzt wurden. Am Ende gab es ein 2:5, bei dem definitiv mehr drin war, wenn nicht die Kräfte so langsam nachgelassen hätten.



Dass die Luft beim letzten Spiel komplett raus war, haben auch die Mülheimerinnen gemerkt. Aber wenn man schon einmal vor Ort ist, dann möchte man sich die Chance, auf den Titelverteidiger im Feld in dieser Altersklasse zu treffen, nicht entgehen lassen.

Uhlenhorst zeigte starkes Hockey, der MSC auch – dennoch gab es hier nichts daran zu rütteln, dass der spielerische Unterschied in diesem Aufeinandertreffen deutlich war. Aber vielleicht gibt es ja für das MSC-Team im Herbst noch einmal die Möglichkeit, sich bei einem Aufeinandertreffen zu beweisen.


Bis dahin ist es für die Mannschaft noch ein weiter Weg. Bereits jetzt aber zeigt das Team Qualitäten, die für die „weitere Reise“ wichtig sein könnten: ein riesiger Teamgeist, der den drei Neuzugängen Vieles erleichtert hat und die Tatsache, dass man sich auch nach klaren Niederlagen auf dem Platz und danach nicht aus dem Konzept bringen lässt. Dies alles ganz im Sinne des MSC-Schlachtrufes „Haizuru“, der aus der Suaheli-Sprache übersetzt so viel bedeutet wie: „Macht nichts - egal was passiert, es geht immer weiter“! Wir sind gespannt!


 



Autor: Hanna Ommert - Eingestellt von: Hanna Ommert

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