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wJB wird bei Deutscher Meisterschaft Siebter

oder: Wir sind noch nicht fertig

Erstellt / Aktualisiert am: 23.02.2016


Eine lange Reise hat die wJB hinter sich: vor fast vier Jahren wurde das Team Verbandsligameister, es folgten 2013/14 bei den Mädchen A der Gewinn der Bayerischen Meisterschaft (Feld und Halle), zwischendrin  der knapp im Siebenmeterschießen verpasste Einzug in die DM-Endrunde auf dem Feld. Neue Spielerinnen verstärkten das Team, integrierten sich bestens. Dann ein neuer Anlauf der 99er/2000er-Jahrgangskonstellation und jünger: Bayerischer Meister auf dem Feld 2015, darauf das dramatische Ausscheiden im DM-Viertelfinale - wieder durch Siebenmeter.

Jetzt in der Halle klappte es: die Bayerischen Meisterinnen hatten sich als Süddeutscher Vizemeister für die Deutschen Meisterschaften in Hamburg qualifiziert und standen damit unter den besten acht Teams bundesweit im Kampf um den Titel. Diese Reise ging nun zum Club an der Alster, eine sechsstündige Bahnfahrt nahm man dafür gerne auf sich. Team und Staff starteten morgens, über zwanzig Fans reisten am Nachmittag hinterher. Kaum bei Alster angekommen, traf man auf einen weiteren Fan: Rebecca "Becks" Landshut versprach dem MSC die Daumen zu drücken.

Hanseatische Hallenluft schnuppern, sich mit der "Platte" vor Ort vertraut machen, darum ging es Team und Trainer bei einer kurzen Einheit am frühen Abend, weniger darum noch an Spiel und Taktik zu feilen. Daher führte es zu kurzzeitiger Irritation als Co-Trainerin Eli Kirschbaum vom Alster-Staff bei deren Trainigseinheit aus der Halle gebeten wurde. Aber hier ging es ja schließlich auch um was.

Ein leichtes Abendessen beim Asiaten, Physioeinheit und Videobesprechung - so sah das Abendprogramm aus. Es folgte ein frühes Frühstück zum Aufwachen, auch Hamburger Schmuddelwetter hilft dabei. Das erste Gruppenspiel wurde beobachtet: Alster konnte den HTHC mit 2:1 besiegen. Gleich im Anschluss folgte der Auftritt der Mädels in Weinrot-Grau gegen Club Raffelberg.

Es dauerte vielleicht ein wenig zu lange, bis der MSC ins Spiel fand, so dass es nach einem Doppelschlag zu einem 0:2-Rückstand kam. Die Mädels waren nun dazu gezwungen, mehr fürs Spiel zu tun. Angepeitscht von den mitgereisten Fans, kämpfte sich der MSC durch Tore von Milena Redlingshöfer und Nike Beckhaus noch einmal heran. Zur Halbzeit stand es 2:3, in der die MSC-Betreuer seitens der Turnierleitung darum gebeten wurden, den MSC-Fans zumindest das Tröten zu untersagen.

In der zweiten Spielhälfte erhöhte Raffelberg noch einmal den Druck und belohnte sich mit dem 2:4. Kurze Ecke, Konterlauf - der MSC war dran am Anschlusstreffer. Dieser fiel durch Mareike Konsek wenige Sekunden vor Schluss aber leider zu spät. Das Auftaktspiel ging mit 3:4 knapp verloren.

Zweiter Gegner in der Gruppe A war der HTHC. Beide Teams begannen mit hohem Tempo und Chancen auf beiden Seiten. Eine MSC-Ecke kratzte der HTHC von der Linie, Angriffe von Philin Bolle und Nike Beckhaus führten nicht zum Erfolg. In der 10. Spielminute brachte eine HTHC-Ecke wiederum einen 0:1-Rückstand für den MSC, den Philin Bolle kurz vor der Halbzeit egalisieren konnte. Nike Beckhaus' Schlenzer zwei Minuten vor Ende der Partie brachte die Entscheidung: 2:1. Damit wahrte der MSC seine Chance auf das Halbfinale. Bei der Konkurrenz musste sich Raffelberg gegen Alster mit 1:3 geschlagen geben. Bis auf Alster waren alle Teams noch eng beisammen - die ersten fingen an zu rechnen.

Für das letzte Gruppenspiel hatten sich die MSC-Mädels einiges vorgenommen und änderten die Taktik. Das Team stellte sich hinten rein und konzentrierte sich aufs Verteidigen. Alster tat sich sichtlich schwer damit und fand nur selten eine Lücke. Wenn, dann aber mit Erfolg. Nach zehn Minuten der 0:1-Rückstand für den MSC. Chancen für einen Führungsausbau wie für den Ausgleich waren auf beiden Seiten da. Torfrau Amelie Konsek vereitelte die "Kerner-Ecken" und Philin Bolle gelang mit einem sehenswerten Lupfer über die Alster-Keeperin der Ausgleich.

Da ging noch was! Das war Team und Fans klar. Paulina Niklaus und Mareike Konsek mit Möglichkeiten, von denen man letztlich zu viele liegen ließ. Diese Schlussoffensive ermöglichte Alster Chancen, die prompt genutzt wurden: 1:2 und zehn Sekunden vor Schluss das 1:3 an das alle noch lange denken werden.

Club Raffelberg verlor kurz danach gegen den HTHC mit 2:3 und nach intensivem Rechnen wurde fassungslos und kopfschüttelnd zur Kenntnis genommen, dass das letzte Tor nicht hätte fallen dürfen, sonst wäre die wJB im Halbfinale gewesen. Sehr, sehr bitter.

So brutal kann Sport sein: Am Sonntag stand man nun nicht im Halbfinale sondern spielte lediglich um Platz 7. Gegner war ausgerechnet der Dürkheimer HC, gegen den man schon im Feld so unglücklich im DM-Viertelfinale ausgeschieden war. Auch wenn bei solchen Spielen oft die Luft draußen ist, hier hatte die Mannschaft noch eine Rechnung offen. Alle Spielerinnen, die bis dahin keinen Einsatz bei dieser Meisterschaft hatten, präsentierten sich jetzt. Das Spiel gab der MSC von Anfang bis Ende nicht aus der Hand und gewann 1:0.

"Die Mädels haben eine tolle Endrunde gespielt. Mit dieser Jahrgangskonstellation wird der MSC viel Freude in den kommenden Jahren haben. Sei es bei den nächsten Deutschen Meisterschaften oder mal in der Bundesliga", resümmierte Trainer Christoph Elste. Philin Bolle im Sturm sowie Paulina Niklaus, Lara Wenz und Anna Seidl, den drei Youngsters dieses Turniers, attestierte er einen starken Auftritt in der Abwehr. Beindruckt zeigte sich der Trainer von Fans und den Spielerinnen, die diesmal nicht Teil des Kaders waren. "Dass der gesamte Kader von siebzehn Mädels bei der Süddeutschen und der Deutschen mitgereist ist, spricht für dieses klasse Team."

Gleich nach dem letzten Spiel saß genau dieses Team in einer langen Besprechung zusammen - gemeinsam mit ihrem Trainer und dem gesamten Staff. Man plante bereits für die Zukunft. Offensichtlich schweißen Erlebnisse dieser Art zusammen - sie prägen ein Team. Weitermachen wollen sie, ohne "hätte" und "wäre". Sie sind noch nicht fertig.

Herzlichen Glückwunsch an: Amelie Kosek, Fanny Ommert, Anna Seidl, Paulina Niklaus, Franzi Dick, Anna Niklaus, Lara Wenz, Noemi Baach und Luisa Seidl (stehend von li. nach re.) sowie Janne Wetzel, Chiara Vischer, Nike Beckhaus, Mareike Konsek, Milena Redlingshöfer, Laura Gailus, Carina Lößl und Philin Bolle (kniend von li. nach re.)

Und: vielen Dank an Co-Coach Eli Kirschbaum und Physio Bene Waltenberger!

 

Autor: Hanna Ommert - Eingestellt von: Hanna Ommert

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