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1972 bis 1996

Waren wir 1972 noch gescheitert, so bot sich bereits zwei Jahre später wieder die Aufstiegschance in die Bundesliga. Nach zwei Siegen gegen Neukölln und Kaiserslautern traten wir am 30.06.74 auf einem Fußballplatz in Limburg gegen den Limburger HC an. In unseren Reihen fehlte erstmals Horst Wein, der zum 1. Mai seinen neuen Job in Barcelona antreten mußte. Nach Ablauf der 70 Minuten stand es noch 1:1, was gereicht hätte. Eine (unberechtigte) Ecke in der Nachspielzeit machte unsere Hoffnungen ein weiteres mal zunichte. Mit einer vierwöchigen Reise durch Kanada, die für Damen und Herren auf den Stationen Montreal, Toronto, Calgary, Banff , Vancouver und Vancouver-Island unvergessliche Erlebnisse brachte, mußten wir uns trösten. Das Ziel Bundesliga wurde aber nie aus den Augen verloren. 1975 gingen wir als Zweite in der Ostgruppe leer aus, ein Jahr später waren wir als Vorletzter froh, nicht abgestiegen zu sein, aber 1977 war es dann wieder so weit. Aller guten Dinge sind drei dachten wir, diesmal waren es aber aller schlechten Dinge und so scheiterten wir nach Niederlagen gegen Dürkheim und Höchst ein drittesmal. Auch diesmal mußte eine Traumreise trösten. Diesmal nur mit einem Herrenteam ging es auf große Südostasienfahrt mit Spielen in Manila, Hongkong, Singapore, Java und Bangkok mit einer Erholungswoche auf Bali dazwischen. Daß Hänschen Fleitmann immer und Rotkraut Rehm teilweise dabei waren, versteht sich von selbst.

1978 war es dann endlich so weit. Mit dem Rekordergebnis von 26:2 Punkten waren wir mit Riesenvorsprung abermals Erster der Gruppe Ost. Nach einem Sieg in Berlin gegen die Wespen sowie einem Unentschieden in Dürkheim kam es zur Entscheidung auf eigenem Platz gegen Frankfurt 80, das mit zwei Siegen anreiste. Niemand wird die Wasserschlacht vergessen, in der Dirk Michel drei seiner gefürchteten Strafecken versenkte, denen die Frankfurter nichts entgegenzusetzen hatten.

Nun war er endlich geschafft, der so lange und vehement angestrebte Aufstieg zur Elite der 16 besten deutschen Mannschaften. Die Namen der Erfolgreichen verdienen festgehalten zu werden: Franz Schweisz, Norbert Clement, John Giblin, Dr. Dirk Michel, Michael Schmidt, Peter Caninenberg, Fredi Horsch, Bubu Schumann, Hubsi Steffen, Klausi Stricker, Bernd Döllein, Hanni Zehle und Rainer Keßler. Betreuer war, wie heute noch, Jürgen Benninghoff. Verstärkt wurde die Freude noch, weil eine Woche zuvor auch die Damen mit vier Siegen in der Aufstiegsrunde die Süddeutsche Oberliga erreicht hatten. Natürlich hätte der Club ganz aus eigener Kraft beide Ziele nicht erreicht. Der Name und Ruf des MSC und das ständige Leistungsstreben hatten aber laufend für den Zugang leistungsstarker und motivierter Spielerinnen und Spieler geführt, von denen ich nur die Weltklassespielerin und vielfache Nationalspielerin Birgit Hahn erwähne.

In der Halle sollte es im gleichen Stil weitergehen. Bereits im Winter davor war man auf groteske Weise in der Aufstiegsrunde gescheitert, weil auf der Fahrt nach Dürkheim 80 cm Neuschnee fielen und nur ein Auto mit vier Spielern rechtzeitig ankam. Diese Vier ohne Torwart mußten trotz aller Proteste gegen den DHC Düsseldorf anfangen, führten zum Gaudium des Publikums bei Halbzeit mit 7:3 und gingen am Ende mit den zwischenzeitlich angekommenen Steifgefrorenen 10:13 unter, womit die Aufstiegsrunde natürlich gelaufen war. Im kommenden Hallenwinter holten sich die Herren wieder überlegen den Sieg in der Oberliga Süd und starteten mit bester Hoffnung nach Dürkheim zur Aufstiegsrunde. Ein 12:14 gegen die Dürkheimer bedeutete aber Rang 2 und damit das Scheitern. Die erste Feldsaison in der Bundesliga beschlossen die Herren mit einem guten Mittelplatz, die Damen wurden gleich Gruppendritter der neuen Liga. Wichtig im Jahr 1979 war jedoch der Beschluß, auf dem Clubgelände einen großen Hallenkomplex mit zwei Tennisplätzen, drei Squashboxen sowie einer Hockeyhalle zu errichten. Möglich war dies geworden, weil der Club südlich des bisherigen Geländes ein großes Terrain dazubekommen hatte, das neben der Halle auch den Bau von fünf weiteren Tennisplätzen sowie eines Hockey-Rasenstadions erlaubte. Bemerkenswert ist in diesem Jahr ferner eine Schwabing-Reise nach USA mit Spielen in Californien und New York. Der zweimal so knapp verfehlte Hallen-Bundesliga-Aufstieg glückte dann 1980 beim drittenmal problemlos.

1980 konnte man dann nach schwierigsten Finanzierungsverhandlungen mit dem Hallenbau beginnen. 2.8 Millionen Mark und keinen Pfennig mehr durfte sie kosten. Daß damit nicht alle Wünsche hinsichtlich der Ausstattung erfüllt werden konnten, war von vornherein klar. Immerhin war der MSC damit einer der wenigen Clubs, die über eine Halle im Eigenbesitz verfügten und die erste Bundesligasaison konnte im eigenen Haus stattfinden. Mit den "Wolpertinger-Turnieren", um die sich Werner Horsch verdient machte, gab es in den kommenden Jahren glanzvolle Treffen der deutschen Elitemannschaften der Damen und Herren als Vorbereitung auf die BL-Saison. Daneben war die Halle unabdingbare Voraussetzung für die kommenden Erfolge unserer Jugendarbeit, von der noch zu sprechen sein wird.

Bei den Damen wurde im Herbst 1980 ebenfalls mit der Bundesliga begonnen. Unsere Mädchen waren aufgrund ihrer letzten Plazierung in der Süd-Oberliga in der Startbesetzung dabei und belegten in der ersten Saison einen schönen vierten Platz. In der Halle dümpelten sie immer noch in den Niederungen der Bayerischen Oberliga. Erst im Februar 1983 konnten sie erstmals Meister in Bayern werden und danach sich für die Regionalliga Süd qualifizieren.

Für die Geschehnisse der Folgejahre darf ich mich kürzer fassen. Der Club stand mit seinen Anlagen auf dem heute noch bestehenden Niveau, die Herren gehörten in Feld und Halle der Bundesliga an und auch die Damen hatten die Bundesliga bzw. in der Halle die Regionalliga erreicht. Ich werde also nur noch auf wichtige Ereignisse eingehen.

Mit Mittelplätzen in der Bundesliga bewegten sich die Herren in den beiden nächsten Jahren auf gewohntem Niveau. 1983 jedoch war alles anders. Sepp Müller wurde Trainer, führte ein neues Raumdeckungssystem ein, mit dem kein Gegner zurechtkam, mit Nationalspieler Tommy Reck und Bernd Roth waren starke Leute dazugekommen und so war man plötzlich, drei Spiele vor Saisonschluß mit fünf Punkten Vorsprung Erster und Halbfinalteilnehmer. Die beiden letzten Spiele gingen auswärts verloren, ebenso das Halbfinale auf eigenem Platz vor 1.100 Zuschauern mit 1:2 gegen Schwarz-Weiß Köln und schon war der Höhenflug wieder beendet. Herausragend war auch das Jahr 1984 mit den beiden olympischen Silbermedaillen für Birgit Hahn und Tommy Reck, wobei Birgit das medaillenbringende Tor zum 1:1 gegen die USA gelang.

Mit Plazierungen zwischen Platz 4 und 6 ging es bei den Herren bis 1991 unverändert weiter. In der Halle dagegen war es immer eng. Nach mehrjährigen Balanceakten auf dem 7. Tabellenplatz erwischte es uns 1987 mit dem Abstieg. Hänschen Fleitmann, unser langjähriger Präsident, Freund und Gönner mußte ihn nicht mehr erleben. Eine Woche zuvor wurde er, 81 Jahre alt, aus unserer Mitte gerissen. Michi Nahr trat ohne Gegenstimme seine Nachfolge an.

Der Schönheitsfleck des Abstiegs wurde durch den glanzvollen Wiederaufstieg bereits im kommenden Jahr korrigiert. Bei den Damen hielt man sich vier Jahre in der Bundesliga mit Mittelplätzen, dann, 1985, nach dem Weggang von Birgit Hahn nach Paris war der Abstieg in die Regionalliga unvermeidlich. Dort konnten sich die Damen weitere vier Jahre tummeln, dann ging es 1989 nochmals eine Stufe tiefer in die Bayernliga. Einem Abstieg in der Halle aus der Regionalliga 1986 folgte ein Jahr darauf nochmals ein Wiederaufstieg, bis es auch hier 1990 endgültig in die Bayernliga ging, die auch heute noch das Betätigungsfeld unserer Damen in Feld und Halle ist.

Glanzlichter setzten 1988 nochmals Tommy Reck und Christine Ferneck, die in Los Angeles olympisches Silber holten. Wichtiger waren jedoch die sich in diesen Jahren konkretisierenden Pläne für den Bau eines Kunstrasenplatzes. Nachdem wir bei der Errichtung des Leistungszentrums in München einige Jahre zuvor ungefragt übergangen wurden, waren wir nun fast der letzte BL-Club, der sich auf Naturrasen bewegte. Zwei Jahre war Präsident Michi Nahr unermüdlich tätig, bis es endlich so weit war . Pünktlich zum Auftakt der Bundesliga-Saison 1992 wurde das mit einem Zuschauerwall versehene Stadion eingeweiht, gleichzeitig tauchte unser Großtalent Björn Michel erstmals in der Herrenmannschaft auf, ebenso Peter Streich. Die Saison lief glänzend, Klausi Holzmüller wurde mit 17 Treffern BL-Torschützenkönig und am Ende war der MSC mit 18:10 Punkten Zweiter und erneut Halbfinalist. Leider ging auch dieses Spiel in Mülheim gegen die renommierten Uhlenhorster mit 1:2 verloren.

Nach zwei schwächeren Jahren, Tommy Reck hatte nach zehn Jahren den Club verlassen, wurde es 1995 nochmals interessant, als man als Vierter Teilnehmer der inzwischen eingeführten Play-Off-Spiele war. Erneut war Uhlenhorst in Mülheim der Gegner und mit 1:5 zogen wir auch diesmal den kürzeren. In der Halle wurde die wiedererlangte Bundesliga bis heute erhalten, wenngleich hier der von 1993 bis 1997 konsequent belegte siebte und vorletzte Platz die nervenaufreibenden Nichtabstiegskämpfe erahnen läßt.

Schon ein Jahr später, 1996 trat es dann doch ein. Peter Streich und Frank Gemmrig verließen neben einigen anderen bewährten Kräften den Club. Nachdem wir eigentlich schon gesichert schienen, sorgten einige unerwartete Ergebnisse (Auswärtssiege der Letzten bei den Ersten) und eigenes Pech für eine Wende zum Bösen und am Ende waren wir nach 18 Jahren erstmals aus der Feld-Bundesliga abgestiegen.

Was bei anderen Clubs häufig zu Auflösungserscheinungen und zum Rückfall in die Anonymität führte, beim MSC war es ganz anders. Jupp Nubbemeier war Hockeyvorstand geworden und tat bisher ungenutzte Finanzquellen auf, Björn Michel hörte sich unter seinen Nationalmannschaftskollegen um, ob zufällig jemand in München studieren wollte und siehe da, zu Saisonbeginn 1997 konnten wir mit Henning Hellwig und Martin Eimer zwei bewährte und auch im Wesen bestens zu uns passende Nationalspieler in unseren Reihen begrüßen. Mit dieser Verstärkung und neben Björn Michel einigen weiteren, aus eigenem Stall stammenden Youngstern war es unter der Führung von Trainer Klausi Holzmüller kein Problem, überlegen den ersten Platz der zweiten Bundesliga und damit den sofortigen Wiederaufstieg zu erreichen.

Dem ersten Streich folgte sogleich der Zweite. Zum Hallenbeginn war "Spieler des Jahres" Christoph Eimer zu uns gestoßen, dazu einige weitere spielstarke Leute und so war, jedem ist es noch frisch in Erinnerung, die Endrundenteilnahme in Duisburg der Lohn. Der Halbfinalsieg gegen Krefeld und die ehrenvolle Niederlage nach großem Kampf im Endspiel gegen Dürkheim waren zweifellos ein Höhepunkt der Clubgeschichte.

Eine kurze Rückschau auf das Damenhockey soll diesen Rückblick abschließen. Während in der Halle seit 1991 stets gute Plätze, aber kein Spitzenplatz Lohn der Anstrengungen waren, wurde im Feld immerhin 1993, 1995, und 1997 die Bayerische Meisterschaft erreicht. In der Aufstiegsrunde war aber dann immer das Ende der Fahnenstange erreicht und so bleibt nur die Hoffnung auf eine neue Birgit Hahn oder wie immer sie heißen mag.

Von einem in den letzten Jahrzehnten immer bedeutungsvoller werdenden Teil der Clubarbeit des MSC war bisher überhaupt noch nicht die Rede, dem Jugendhockey. Der Club hatte bis 1975 zwischendurch immer wieder gute Jugendmannschaften mit Spielern wie Bubu Schumann, Peter Caninenberg und Fredi Horsch, um die prominentesten zu nennen. Sie allein reichten jedoch nicht aus, um größere Erfolge zu erringen, weil sie halt meistens Einzelkämpfer in unausgeglichen besetzten Mannschaften waren und so hatte der MSC als einer der größten bayerischen Hockeyclubs bis zum Jahr 1982 noch keine einzige Bayerische Jugendmeisterschaft gewonnen. Als Vater eines knapp sechsjährigen Knaben entschloß ich mich 1975, die Sache in die Hand zu nehmen. Es galt Eltern und Kinder zunächst aus dem Clubkreis zu aktivieren, danach größere Werbeaktionen zu starten, sich um geeignete Trainer zu kümmern und den Kreis ständig zu erweitern. Der Ausgang ist bekannt, die Sache wuchs und gedieh, entwickelte Eigendynamik und am Ende meiner Tätigkeit im Jahr 1992 zierten 46 blaue Wimpel das Clubhaus, waren einige Süddeutsche Meisterschaften gewonnen, zahlreiche deutsche Endspielteilnahmen erreicht und als Höhepunkt zwei Deutsche Hallenmeisterschaften der Jugend A gewonnen. Eine große Zahl von Spielern rückte in die Kader des DHB vor, absolvierte Jugendländerspiele und rückte in die Spielerkreise der ersten MSC-Mannschaften auf, allen voran natürlich Björn Michel. Gut ein Dutzend blauer Wimpel ist seither noch dazu gekommen, mit seiner Zahl an Jugendspielern gehört der MSC zum 200er Club des DHB.

Eng verbunden mit dem Jugendhockey ist eine weitere Entwicklung im MSC, das Elternhockey. Ende der achziger Jahre hatte diese Bewegung in ganz Deutschland rasch um sich gegriffen, in München waren wir die ersten. Sinn der Sache war, Eltern hockeyspielender Kinder zu gewinnen, die das Jugendhockey in jeder Form unterstützten, sei es als Betreuer, Fahrer, Schiedsrichter und Ähnlichem und daneben noch als Freizeitsport sich an einem Training zu beteiligen und Spiele gegen Gleichgesinnte auszutragen. Bei uns erwies sich diese Aktion als Volltreffer. Es existieren zwei Mixed-Mannschaften, seit eh und je von Waldi Roth trainiert, die Jahr für Jahr zahlreiche Turniere besuchen und auch ausrichten und die sogar in den Jahren 1995 und 1997 ausgedehnte Reisen nach Südamerika und Südafrika unternahmen.

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